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Handy, Hut und Höflichkeit - Brüder-Grimm-Gesamtschule erarbeitet Grundregeln

Um Benimmregeln ging es in einem Workshop der Brüder-Grimm-Gesamtschule in Bebra

Handy, Hut und Höflichkeit - Brüder-Grimm-Gesamtschule erarbeitet Grundregeln

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Bebra. Grüß Gott oder hallo - was ist höflich? Die Diskussion  an einer bayerischen Schule, die bundesweit Schlagzeilen machte, ist auch hier aktuell: Bei einem Workshop an der Brüder-Grimm-Gesamtschule in Bebra ging es um eine neue Höflichkeitskultur.

© Schankweiler-Ziermann

Höflich ist es zum Beispiel, einander die Tür aufzuhalten: Das zeigen hier von links Rojbin Tak, Maria Izgin, Luisa Goldbach und Sarah Demir von der Schülervertretung der Brüder-Grimm-Gesamtschule.

Manche Mitschüler reden im Unterricht einfach dazwischen. Das ist unhöflich, so sind sich Maria Izgin, Luisa Goldbach und Michael Aydin von der Schülervertretung mit den Lehrkräften einig. Doch während Lehrer im Unterricht keine Mützen auf den Köpfen sehen wollen, empfinden die Schüler diese gar nicht als respektlos.

Was ist höflich und wie wollen Schüler, Lehrer, Schulsekretärinnen und Reinigungskräfte miteinander umgehen? Das war das Thema des Workshops, zu dem Schulsozialarbeiterin Christina Kindler und Volkmar Hanf vom Förderverein eingeladen hatten - mit großem Erfolg, wie Kindler anschließend berichtete.

Gekommen waren 26 Lehrkräfte, Schüler und Eltern zwischen 14 und 62 Jahren. Es sei so spannend gewesen, dass auch nach viereinhalb Stunden keiner so richtig habe nach Hause gehen wollen. Besonders erfreut sind nach den Worten Kindlers die Schüler gewesen, die sich ernstgenommen fühlten. Hier kam auch einmal ihre Kritik an Regelverstößen der Lehrer an, die auch nicht immer pünktlich sind, bisweilen Schüler bloßstellten mit Worten wie: Schaltest du überhaupt mal dein Hirn ein?

Knicks und Handy

Bei den Regelverstößen der Schüler geht es häufig neben der Kleidung, etwa einem tiefen Ausschnitt oder einer hängenden Hose, um den Handy-Gebrauch im Unterricht, Unpünktlichkeit, verschmutzte Klassenräume und anderes mehr.

Moderatorin des Workshops war Prof. Dr. Lotte Rose, die sich an der Fachhochschule in Frankfurt mit Kindheits- und Jugendforschung beschäftigt und in Breitenbach wohnt. Prof. Rose stellte unter anderem mit den Teilnehmern gemeinsam fest, dass die Vorstellungen von Höflichkeit sehr unterschiedlich sind und sich ständig verändern.

So macht heute kein Mädchen mehr einen Knicks - Jugendliche wissen kaum noch, was das ist, empfinden im Gegensatz zu vielen Lehrern den kurzen Blick aufs Handy im Unterricht auch nicht als Missachtung.

Eine Arbeitsgruppe und Fragebögen

Manfred Brill, stellvertretender Schulleiter, hatte zu Beginn des Workshops erklärt, Schüler und Lehrer sollten höflicher sein, und man wolle sehen, „wie wir dahin kommen“. Ziel des Workshops war es, Grundregeln zu erarbeiten, die für alle an der Schule gültig sein sollen.

Der erste Schritt dahin ist getan. Christina Kindler berichtet, dass man nun weiter in einer Arbeitsgruppe und an einer Feedback-Kultur arbeiten wolle. So sollen Fragebögen für Schüler, Lehrer, Eltern, Reinigungskräfte und Sekretärinnen entwickelt werden, auf denen sie ihre Meinung äußern können.

Beim Pädagogischen Tag waren die Ergebnisse des Workshops Thema. Auch die derzeitigen Regeln sollen überprüft werden.

So ist derzeit nur älteren Schülern während der Pausen der Aufenthalt im Flur oder das Verlassen des Schulgeländes erlaubt.

Von Gudrun Schankweiler-Ziermann

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