Bebra. Mindestens 80 Prozent der Stromversorgung Bebras sollen bis 2020 aus regenerativen Energien stammen. Diese Willensbekundung gaben am Donnerstag die Stadtverordneten Bebras mit Mehrheit auf Vorschlag der Fraktionen „Gemeinsam für Bebra“ und SPD ab.
Laut Beschluss sollen möglichst hohe Anteile in der Region unter Gewährleistung regionaler Wertschöpfung gewonnen werden. Dazu erarbeitet die Stadt Bebra gegenwärtig mit den Zubra-Partnern Rotenburg und Alheim ein gemeinsames Energiekonzept. Soweit war man auch seitens der CDU-Fraktion einverstanden gewesen, deren bis dahin gleichlautender Antrag abgelehnt wurde.
Beschlossen wurde nun weiter, dass vor einer Entscheidung über die Finanzierung der Stromnetzübernahme der Stadtteile von der Eon, spätestens aber bis Ende Juni, eine Informationsveranstaltung für das Parlament mit der Stadtwerke Union Nordhessen (SUN/siehe Hintergrund) und den Stadtwerken Wolfhagen stattfinden soll. Eingebunden werden sollen laut Beschluss auch die Geschäftsführung der Stadtwerke und eine Vertretung der Eon.
Von der SUN war im CDU-Antrag nicht die Rede – der entscheidende Unterschied. Dazu muss man wissen, dass an der Bebraer Stadtwerke GmbH der Energieversorger Eon zu 20 Prozent beteiligt ist. Kürzlich erst hatten wir berichtet, dass die Konzession für das Stromnetz der Bebraer Stadtteile nicht wieder an die Eon, sondern an die Stadtwerke Bebra gegeben wurde. Nach wie vor ist die Eon aber weiter mit im Boot. Zu welchen Bedingungen das Stromnetz an die Stadtwerke gehen wird, muss nun noch ausgehandelt werden.
Die CDU-Fraktion wollte im Gegensatz zum beschlossenen Antrag eine Veranstaltung anstoßen, in der über die Aktivitäten hinsichtlich der erneuerbaren Energieprojekte in der Zubra-Region und die Einbindung der Stadtwerke GmbH in diese Projekte informiert werden sollte. Außerdem sollte sichergestellt werden, dass das Parlament vor einer Entscheidung über das Verfahren der Netzübernahme der Stadtteile über mögliche Alternativen informiert wird.
Gerhard Schneider-Rose (SPD) hatte bezweifelt, dass etwa das gemeinsame Zubra-Energiekonzept zusammen mit der Eon gehe. Bürgermeister Horst Groß (CDU) betonte, man wolle mit der Zubra zusammenarbeiten, nicht mit anderen Stadtwerken und auch nicht gegen die Eon. Alfred Vogt (CDU) warnte, mit der SUN nicht einen Konkurrenten der Eon mit hereinzunehmen. Mark Laudemann (SPD), selbst bei den Stadtwerken Kassel beschäftigt, warb hingegen für die SUN und meinte, die Eon werde sich aus den ländlichen Gebieten zurückziehen.
Klaus Reifschneider (FWG), auf dessen ursprünglichen Antrag von Mitte Dezember, der SUN beizutreten, die ganze Diskussion zurückging, sagte, nicht das Parlament, sondern die Bürger müssten bei wichtigen Angelegenheiten wie dem Rückkauf der Netze informiert werden. HINTERGRUND
Von Gudrun Schankweiler-Ziermann



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