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Kinder sind in Omnibussen weit weniger gut gesichert als im privaten Auto

Im Schulbus droht Gefahr

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Hersfeld-Rotenburg. Wenn Martin Franz aus Heinebach seinen sechsjährigen Sohn morgens zur Bushaltestelle gehen sieht, hat er manchmal ein komisches Gefühl in der Magengegend. „Wird auf der Fahrt mit dem Bus in die Albert-Schweitzer-Schule in Rotenburg alles gut gehen?“, fragt er sich.

Die Sicherheit in Schulbussen ist nicht optimal gewährleistet: Unser Foto entstand gestern Morgen an der Bushaltestelle in Braach. Die Kinder steigen dort ein, um mit dem Bus nach Rotenburg in die Schule gebracht zu werden. Foto: Dupont

Die Sicherheit in Schulbussen ist nicht optimal gewährleistet: Unser Foto entstand gestern Morgen an der Bushaltestelle in Braach. Die Kinder steigen dort ein, um mit dem Bus nach Rotenburg in die Schule gebracht zu werden. Foto: Dupont

„In den Schulbussen fahren jeden Tag Schulkinder ohne Sicherheitsgurte mit. Teilweise stehen die Grundschüler im Gang mit schweren Schulranzen auf dem Rücken“, berichtet er. Als Martin Franz vor wenigen Tagen den Bericht „Jedes dritte Kind im Auto falsch gesichert“ in unserer Zeitung las, verstand er mal wieder die Welt nicht. Es ist sehr wichtig, Kinder im Auto gut zu sichern. Das weiß der Heinebacher. Aber warum gelten dann für Schulbusse Ausnahmen? Das kann und will er einfach nicht verstehen. „Was passiert mit Kindern im Bus bei einem Zusammenprall bei Tempo 50, wenn ungesicherte Kinder im Auto bereits bei acht Stundenkilometern vom Sitz geschleudert werden?“, fragt er sich.

Mehrfach hat Franz versucht, für mehr Sicherheit in den Bussen zu sorgen. Doch Schule, Schulamt, Busunternehmen und Polizei hätten nur auf die gesetzlichen Regelungen verwiesen. „Im Auto ist jedes dritte Kind falsch gesichert, im Schulbus jedes“, sagt der Familienvater.

Für die Sicherheit in Fahrzeugen gibt es klare gesetzliche Vorgaben. Manfred Knoch, Pressesprecher der Polizei im Kreis Hersfeld-Rotenburg, erläuterte auf Anfrage unserer Zeitung, wie die Vorgaben aussehen:

• Seit 1999 müssen Reisebusse, die neu in den Verkehr kommen, mit Sicherheitsgurten ausgerüstet sein. Die Reisenden sind verpflichtet, sich anzuschnallen. Die Fahrer haben eine Aufsichtspflicht. Ältere Busse müssen aus technischen und wirtschaftlichen Gründen nicht nachgerüstet werden.

• In Linienbussen/Schulbussen gibt es keine Gurt- und Anschnallpflicht. Dafür sind Stangen, Halteschlaufen und für Kinderwagen oder Rollstuhlfahrer Sicherungsgurte vorhanden. Der Grund: Die Busse fahren im Nahverkehr, die Kapazität würde reduziert und Ein- und Ausstiegszeiten würden verlängert. Außerdem ist eine Kontrolle in einem Bus mit stehenden Fahrgästen kaum möglich.

Nicht schneller als 60

Im übrigen dürfen Busse mit stehenden Fahrgästen nicht schneller als 60 Stundenkilometer fahren. Fahrgäste sind außerdem per Gesetz dazu verpflichtet, sich im Fahrzeug stets einen festen Halt zu verschaffen.

Dass die Sorgen von Martin Franz nicht ganz unbegründet sind, zeigt ein Unfall, der vor wenigen Tagen in Witzenhausen passiert ist: Ein Linienbus war auf schneeglatter Fahrbahn ins Rutschen geraten. Die Fahrgäste wurden bei dem Unfall im Innenraum hin- und hergeschleudert. Sieben Personen wurden verletzt.

 HINTERGRUND, bericht rechts

Von René Dupont

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