Rotenburg. Der Betrieb im Kreiskrankenhaus Rotenburg wurde gestern für weitere 33 Jahre gesichert. Zudem haben das Krankenhaus und das Klinikum Bad Hersfeld ihren Kooperationsvertrag erneuert. Beides soll dazu dienen, die Krankenhäuser auch wirtschaftlich zu sichern und den Einwohnern des Landkreises Hersfeld-Rotenburg eine leistungsfähige medizinische Versorgung ohne weite Wege zu erhalten.
Der Landkreis als Eigentümer der Immobilie des Kreiskrankenhauses hat dem Evangelischen Diakonieverein Berlin-Zehlendorf als Klinikbetreiber per Nießbrauchvertrag das Recht zur Nutzung der Liegenschaft bis Ende 2045 eingeräumt. Der Vertrag kann bis Ende 2055 verlängert werden. Der Diakonieverein, der bisher nur Pächter des Krankenhauses war, hat mit dem Nutzungsrecht eine langfristige Sicherheit für Betrieb und ebenso für Investitionen. „Wer investiert schon in eine Mietwohnung“, erklärt Jan Dreher, kaufmännischer Vorstand des Diakonievereins, den Unterschied zum Pachtvertrag.
Der gemeinnützige Verein will in den kommenden Jahren 15 Millionen Euro in das Kreiskrankenhaus investieren. Elf Millionen Euro davon sollen als Zuschuss vom Land Hessen kommen. Durch den Nießbrauchvertrag kann der Diakonieverein das Fördergeld vom Land direkt in Anspruch nehmen. Bisher mussten solche Zuschüsse über den Kreishaushalt abgewickelt werden, was angesichts der Haushaltssituation des Landkreises mit Unwägbarkeiten verbunden war. Künftig wird der Kreisetat von diesen durchlaufenden Posten entlastet.
Im Kooperationsvertrag, der auf der Basis des Nutzungsrechtes aktualisiert wurde, verpflichten sich die beiden Krankenhäuser, gemeinsam ein medizinisches Fachkonzept aufzustellen und fortzuschreiben. Die enge Zusammenarbeit ist nötig, um im harten Wettbewerb der Krankenhäuser und unter dem Sparzwang der Krankenkassen bestehen zu können. Auch die beiden kommunalen Krankenhäuser im Kreis Hersfeld-Rotenburg müssen ein möglichst hochwertiges medizinisches Angebot schaffen und sich durch eine enge Zusammenarbeit finanzielle Vorteile sichern.
Die Zusammenarbeit „wollen wir langfristig so erfolgreich wie bisher fortsetzen“, bekräftigten die Geschäftsführer Martin Ködding (Klinikum) und Reiner Schickling (Kreiskrankenhaus). Im Mittelpunkt stehe dabei die Gesundheit der Menschen in der Region, sagt Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt (CDU): „Dafür arbeiten wir, und dies wollen wir mit den neuen Verträgen für die Zukunft fortschreiben.“
Von Jörg Steinbach



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