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Spaß mit Tempo, Witz und Slapstick

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Oberellenbach. Eine waschechte Boulevardkomödie mit Tempo, Witz, ein wenig Slapstick und jeder Menge Anzüglichkeiten bringt die Oberellenbacher Bühne in dieser Theatersaison mit ihrem aktuellen Stück „Wenn schon, denn schon“ aus der Feder von Ray Cooney auf die Bühne. Bei der Premiere am Freitagabend im ausverkauften Jugend- und Freizeitheim gab es Lacher am laufenden Band und zum Schluss einen Riesenbeifall für die anregende, unterhaltsame und kurzweilige Theaterkost mit vielen skurrilen Einfällen und Gags.

Sergeant Pepper muss aufklären: Der Polizist – Kurt Ludwig, Zweiter von links – wittert ein Verbrechen.

Für die gelungene Umsetzung sorgten die perfekte Spielleitung von Elke Büsching, die überaus gelungene Regie und das Bühnenbild von Gunther Büsching sowie die wunderbaren Darsteller. Herrlich an- und aus-züglich das Ganze, mit Details und kleinen Gesten, die an Bedeutung gewannen, weil die Schauspieler sie in unglaublich präzisem Maße in den Mittelpunkt rückten.

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Im Stück geht es um den vorsätzlichen Seitensprung des Staatssekretärs Willey. Er kann kaum erwarten, dass seine Frau ins Musical geht, um seine Geliebte Jennifer Brislow im Hotelzimmer zu vernaschen. Sein unbeholfener Sekretär George Adams soll ihm das Liebesnest anmieten.

Natürlich geht gar nichts nach Plan: Die Ehefrau taucht viel zu früh auf, Adams will sie ablenken, wodurch sie sich umworben fühlt. Hin- und her gerissen zwischen Loyalität und Lust tändelt er hier und täuscht dort.

Die neugierige Abgeordnete Lady Chatterton, die korrekte Hotelmanagerin und letztlich sogar Ehemann Edward Brislow stören die Seitensprünge erheblich. Auf ihre Kosten kommen nur der Kellner und das Zimmermädchen - sie genießen nicht nur das Trinkgeld.

Nach wenigen Spielminuten war klar: es geht hier weder um Politik noch um Liebe. Der Sexualtrieb ist Anstoß zu den Verwicklungen, die an sich schon eine wahre Lust sind. Obwohl keiner „zum Zuge kommt, wird umso mehr Haarsträubendes erfunden: Der unerfahrene George wird plötzlich schwul, und am Ende geht es sogar um Mord.

Uhrwerkpräzise inszeniert

Die Wahrheit ist weniger aufregend als die Fantasien der anderen. Uhrwerkspräzise inszenierte Gunther Büsching dieses Stück, dessen Stoff schon allein ein Erfolgsgarant ist. Es braucht aber ob schneller Szenen und seiner Dialogdichte auch die passende und genaue Umsetzung.

Und die lieferte zum einen die gute Regie, zum anderen aber jeder Einzelne im Ensemble, allesamt Laienschauspieler, die auftreten, als täten sie sonst nichts anderes im Leben. Bei der Rollenverteilung ist es gelungen, für jeden Charakter die perfekte Besetzung zu finden. Frisch, souverän und selbstbewusst agierten Bianca Kaschel, Helena Marth, Lutz Wildenhayn, Heike Schmauch, Bärbel Marth, Walter Kirchner, Carina Gropengießer und Kurt Ludwig. Klaus Scharpenack zeigte als Richard Willey besonders im dritten Akt wahre Größe und Dirk Brand (als George Adams) wurde immer komischer, je mehr er in die Zwickmühle geriet. Ein seltsam plappernder Lügenbold, der gelegentlich an John Cleese erinnerte und den nur eins retten konnte: Dass die Wahrheit manchmal das Unwahrscheinlichste von allem ist.

Alle weiteren Vorstellungen des Stücks sind leider bereits ausverkauft.

Von Susanne Kanngieser

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