Imshausen. Auch 20 Jahre nach dem Mauerfall sind Diskussionen über die erhalten gebliebenen Akten der DDR-Staatssicherheit und ihre Bedeutung für die Aufarbeitung der Geschichte noch an der Tagesordnung. Einen Beitrag zu dieser Diskussion möchte die Stiftung Adam von Trott, Imshausen. bei ihrem Jahrestreffen liefern, kündigte Geschäftsführerin Ute Janßen an.
Die Veranstaltung findet am Samstag, 28. August, im Herrenhaus in Imshausen statt. Sie beginnt um 14 Uhr mit einer Andacht und wird um 14.15 Uhr mit der Mitgliederversammlung fortgesetzt. Um 16.30 Uhr beginnt der öffentliche Teil der Veranstaltung mit einem Gespräch zwischen Oberkirchenrat i. R. Ludwig Große (Bad Blankenheim) und Dr. Dr. hc. Reinhard Höppner, dem Vorsitzenden der Stiftung (Magdeburg).
Die Akten der Staatssicherheit, die zu dem Zweck verfasst wurden, einzelne Menschen und ihre Familien zu „zersetzen“, ihre Menschenwürde zu zerstören, werden heute vielfach als vermeintlich objektive und beweiskräftige Quellen in der politischen Auseinandersetzung und in der historischen Forschung interpretiert, schreibt Ute Janßen weiter. Der ehemalige Thüringer Oberkirchenrat Ludwig Große, der selbst mehr als 30 Jahre lang von der Staatssicherheit bespitzelt wurde, hat in seiner groß angelegten Studie „Einspruch!“ den Akten kirchliche Quellen, widerständige Texte und persönliche Erfahrungen gegenübergestellt.
Er plädiert dafür, dass mit diesen brisanten Materialien nicht leichtfertig umgegangen wird. Große möchte einen Beitrag zum Verstehen der problematischen Akten und zur Entschlüsselung der Sprachregelungen des Ministeriums für Staatssicherheit leisten.
Im Anschluss an die Veranstaltung besteht die Möglichkeit, bei einem Abendessen weitere Gespräche zu führen. Wer daran teilnehmen möchte, sollte sich bis zum 23. August anmelden bei der Stiftung Adam von Trott unter Telefon 06622/42 440, per Fax unter 06622/ 43 04 19 oder per E-Mail unter stiftung.trott@gmx.de (red/sis)
www.stiftung-adam-von-trott.de



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