Niederellenbach. Es riecht immer noch nach Rauch und verkohltem Holz, wenn man das Haus von Burkhardt Oelke betritt. Im Wohnzimmer hängt Tapete in Fetzen, Kabel liegen offen. „Es hätte viel schlimmer aussehen können“, da ist sich der Hausherr sicher, „wenn die Feuerwehr den Brand am Sonntag nicht äußerst vorsichtig und professionell gelöscht hätte.“
Sie haben sich schon früher gut verstanden, aber irgendwie scheint die Art, wie Burkhardt Oelke Gemeindebrandinspektor Bernd Hildebrand begrüßt, auf eine neue, ganz spezielle Art der Verbindung zwischen den beiden Männern hinzudeuten.
Glühender Holzbalken
Hildebrand hatte als Einsatzleiter die Verantwortung, als die Feuerwehren der Gemeinde Alheim am vergangenen Sonntag einen Brand im Haus von Burkhardt Oelke löschten. Vermutlich durch die Hitze des Kachelofens hatte sich der Holzbalken einer Fachwerkwand entzündet. „Der Balken war komplett durchgeglüht“, berichtet Gemeindebrandinspektor Hildebrand. Kurz nach halb fünf Uhr morgens wurde Burkhardt Oelke von dem leichten Rauch wach und verständigte die Feuerwehr, wenige Minuten nachdem auch der Rauchmelder Alarm schlug.
Das Dach über dem Kopf oder gar sein Leben hätte Oelke verlieren können. Doch wenn man davon mal absieht, bedrohten die Flammen ganz andere, mit Geld nicht zu bezahlende Schätze des 47-jährigen Sammlers.
Antike Möbel, Sammlertassen, Schallplatten und jahrhundertealte Bibeln nennt er sein Eigen. „Diese 200 Jahre alte Familienbibel ist total zerstört. Sie war ein Unikat aus Kanada“, sagt Oelke und deutet auf ein verkohltes Stück Literaturgeschichte.
„Ich finde, es sollte auch mal gesagt werden, wenn jemand gute Arbeit gemacht hat.“
Das Buch stand in einem Schrank, der sich vor der brennenden Wand befand.
So sehr der Verlust auch schmerzt, Burkhardt Oelke ist überzeugt, dass bei den Löscharbeiten noch viel mehr Kostbarkeiten hätten zerstört werden können. „Wasser kann viel kaputt machen. Ich war erstaunt, wie überlegt die Feuerwehrleute vorgegangen sind“, lobt Oelke die Arbeit der Feuerwehren. „Ich finde, es sollte auch mal gesagt werden, wenn jemand gute Arbeit gemacht hat“, sagt er weiter.
Wand eingerissen
Nach Analyse der Situation mit einer aus Rotenburg angeforderten Wärmebildkamera, hatten Feuerwehrmänner die Wand Stück für Stück entfernt, um die Reste vor dem Haus abzulöschen „Wir werden schließlich ausgebildet, um überlegt vorzugehen“, sagt Gemeindebrandinspektor Bernd Hildebrand schmunzelnd und fordert im selben Atemzug, dass „auf jeden Fall die örtlichen Feuerwehren erhalten bleiben müssen“.
Für Burkhardt Oelke bleibt neben der Hoffnung, dass die Versicherung den Schaden reguliert, vor allem die Bitte an die Bürger, die Arbeit der Feuerwehren wertzuschätzen.



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