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Neustart für Sanierungsfälle in Vellmar

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Vellmar. Zurück auf null - so lautet in Vellmar die Devise, nachdem am Sonntag ein Bürgerentscheid erfolgreich gewesen ist, mit dem die Sanierung des Rathauses und der Neubau des Parkdecks über einen auswärtigen Investor gekippt wurde.

© Wewetzer

Problemkind Rathaus: Zur Gestaltung der Fassade gibt es verschiedene Varianten.

Jetzt muss neu nachgedacht werden über Wege, wie und in welcher Größenordnung diese beiden Projekte umgesetzt werden können. Bürgermeister Dirk Stochla (SPD) wird dazu in den nächsten Tagen die Fraktionsvorsitzenden aller Parteien zu Gesprächen einladen. Das Ziel sei, eine gemeinsame Linie zu finden.

Die wahrscheinlichste Variante ist jetzt, dass die Stadt Vellmar konventionell saniert und neu baut. Das heißt: Die Stadt nimmt die notwendigen Kommunalkredite auf und schreibt die Arbeiten für Rathaus und Parkdeck aus. Die Stadtverordnetenversammlung muss zuvor entscheiden, in welchem finanziellen Rahmen sich das Ganze abspielt.

12,8 Millionen Euro Investitionskosten für Rathaus und Parkdeck standen zuletzt beim Bürgerentscheid im Raum. Dass es in einzelnen Bereichen auch billiger gehen könnte, betonte gestern der Bürgermeister, verwies jedoch darauf, dass die 12,8 Millionen ja nie eine fest zementierte Summe gewesen seien. Die Diskussion über die endgültige Höhe der Investitionen wäre erst der zweite Schritt gewesen.

Brandschutz, Wärmedämmung und Haustechnik seien die Eckpfeiler der Rathaussanierung, aber über die Gestaltung der Fassade zum Beispiel könne man reden. Die schwankt nach den Berechnungen der Architekten je nach dem Grad der Wärmedämmung zwischen 900.000 und 1,8 Millionen Euro.

Gesprächsbereitschaft hatten am Wahlabend schon die Grünen signalisiert und eine „ergebnisoffene“ Diskussion gefordert. Deutlicher wurde gestern CDU-Fraktionschef Dr. Burkard Müller: „Wir hoffen, dass der Bürgermeister endlich lernt, dass die Zeit der Alleingänge vorbei ist.“ Die CDU werde sich „mit allen Vorschlägen vernünftig auseinandersetzen“, betonte er. Jetzt seien „in erster Linie der Bürgermeister und die Verwaltung in der Pflicht“. Müller verwies in diesem Zusammenhang auf 2,1 Millionen zinslose Kredite, die das Land Hessen der Stadt Vellmar zugesagt hätte. Die müssten nur noch abgerufen werden.

Die Strategie der FDP erläuterte gestern Markus Pape: „Was gemacht werden muss, muss gemacht werden.“ Ansonsten müsse man im Einzelfall prüfen, was wirklich notwendig sei. Die Finanzierung müsse dann über kommunale Kredite laufen. Treffen müssen die Vellmarer Stadtverordneten angesichts zweier asbestbelasteter Bürgerhäuser noch eine Entscheidung: Was soll zuerst gemacht werden? Rathaus und Parkdeck oder die Bürgerhäuser? Alles auf einen Schlag dürfte die Finanzkraft übersteigen.

Korrektur: Zahlendreher beim Entscheid

Die Prozentzahlen der Ja- und Nein-Stimmen wurden in unserem Print-Artikel am Montag zum Bürgerentscheid in Vellmar aus Versehen vertauscht. Hier die richtigen Zahlen: 5696 gültige Stimmen wurden abgegeben. Das entsprach einer Wahlbeteiligung von 38,9 Prozent. Davon stimmten 4073 Vellmarer (71,5 Prozent) am Sonntagabend beim Bürgerentscheid dafür, den Beschluss der Stadtverordneten zu Rathaussanierung und Parkdeckneubau aufzuheben. 1623 (28,5 Prozent) votierten mit Nein.

Auch die gesetzlich vorgeschriebene Mindestzahl von 25 Prozent Ja-Stimmen der 14 715 Wahlberechtigten wurde mit 27,7 Prozent sogar überschritten. Damit war der Bürgerentscheid angenommen.

Von Stefan Wewetzer

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