Immenhausen/Reinhardshagen/Espenau. Die Schulleitung der Freiherr-vom-Stein-Gesamtschule Immenhausen steht Elternwünschen nach einer Rückkehr zu einem ungekürzten Gymnasialschulzweig prinzipiell offen gegenüber. Das erklärte Schulleiterin Brigitte Kastell in einer Pressemitteilung.
Kastell: „Man darf die Augen nicht davor verschließen, dass viele Eltern Angst vor einer Überforderung ihrer Kinder haben und befürchten, dass Freizeitaktivitäten durch die Schulzeitverkürzun zu kurz kommen.“ Auch in den Grundschulen nehme man immer wieder den Wunsch wahr, im Gymnasialzweig eine längere Zeit in der Sekundarstufe 1 zu verbleiben. Die Ergebnisse des Elternbeirates sollen zeitnah ausgewertet werden und dann werde man mit Eltern, Lehrern und Schülern entscheiden. Die Schulleitung werde sich der Debatte nicht verschließen und offen in die Gespräche gehen.
Brigitte Kastell„Momentan wertet der Schulelternbeirat die Schulzeitverkürzung zu G8 aus. Eine Arbeitsgruppe hat Eltern befragt“, erklärt der Schulelternbeiratsvorsitzende Wolfgang Rüdiger. Der Wunsch nach einer Rückkehr zu G 9 sei immer wieder Thema in Elterngesprächen. Rüdiger: „Ich bin froh, dass wir mit der Schulleitung ein offenes Gespräch darüber führen.“ Gleichzeitig betont Rüdiger, dass nach seinen Erfahrungen in Immenhausen die Schulzeitverkürzung mit Augenmaß und viel Engagement der Lehrer umgesetzt werde.
Gymnasialzweigleiter Rudolf Perndl bestätigt, dass man unabhängig von der Offenheit bei der Rückkehr zu einer längeren Schulzeit gute Erfahrungen mit G 8 gemacht habe: „Die ersten Vergleichszahlen aus der Oberstufe belegen, dass die G 8-Schüler nicht schlechter abschneiden, als die G 9-Schüler.“
Erfreut ist er über die Tatsache, dass die Zahl der Nichtversetzungen seit Einführung der G8-Klassen nicht zugenommen hat. Perndl: „Alle Schüler kommen mit, Wiederholungen gibt es wie früher auch, das liegt aber nicht an G 8.“ Es würde sich auszahlen, dass die Schule rechtzeitig für die G8-Schüler den Stundenplan so angepasst habe, dass die Verkürzung sinnvoll und schülergerecht sei.
Mit dem Angebot eines Berufspraktikums, PC-Office-Stunden und umfangreichen Förderangeboten sorge nach Aussagen von Schulleiterin Brigitte Kastell die Schule auch dafür, dass alle Schüler im Gymnasialzweig mitgenommen und optimal gefördert würden. Gleichzeitig böten die zahlreichen Nachmittagsangebote, die Talentförderung im Sportbereich für zusätzliche Entwicklungsmöglichkeiten außerhalb der Hauptfächer.
Die Eignungskonferenzen zeigten, dass sehr viele Schüler nach der Klasse 10 im Realschulzweig die Eignung für die Gymnasiale Oberstufe und das Berufliche Gymnasium bekommen. Diese Schüler hätten also die Möglichkeit, das Abitur wie früher nach 13 Schuljahren abzulegen. Die Erfahrungen zeigten, dass gute Realschüler zum Beispiel an der Albert-Schweitzer-Schule in Hofgeismar die gleichen Startchancen hätten wie die Gymnasialschüler nach G 8, meint Schulleitungsmitglied Perndl. (tty)



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