Vellmar. Der Kasseler Versorgungskonzern KVV, der auch Vellmar mit Wasser versorgt, liegt seit Jahren wegen eines angeblich überhöhten Wasserpreises im Tauziehen mit der hessischen Kartellbehörde. Der Konzern soll seinen Preis um 37 Prozent senken. Nun will die Stadt Kassel ab 1. April die Wasserversorgung wieder in eigener Regie übernehmen, um dem Preisdiktat zu entgehen.
Vellmar soll diesen Weg mitgehen und weiterhin sein Wasser von der Stadt Kassel beziehen, dann eben vom Eigenbetrieb KEB. Dafür plädierten am Mittwoch während einer Bürgerversammlung in der Mehrzweckhalle Frommershausen zumindest Vellmars Bürgermeister Dirk Stochla (SPD) und Martin Schwegmann als Vertreter des Kasseler Versorgers. Doch während der Diskussion zeigten überwiegend die Skeptiker dieser sogenannten „Rekommunalisierung“ der Wasserversorgung Flagge. Es gab viele kritische Fragen zur Preisgestaltung der Kasseler Städischen Werke, die das Netz in Vellmar betreiben.
„Das ist ein Trick, um im Schutz der Stadt weiterhin Geld zu verdienen.“ Mit diesen Worten kritisierte Harald Jorden aus Vellmar die geplante Rechtsänderung. Ein anderer Bürger sprach von einer „Akquisitionsveranstaltung der Städtischen Werke“. Und Guido Bockamp vom Deutschen Konsumentenbund Kassel hinterfragte kritisch die Effizienz der Kasseler Wasserversorgung. Schwegmann wies die Kritik zurück. Kasseler Wasser sei nicht zu teuer, die Kartellbehörde urteile falsch. Er wies darauf hin, dass Vellmar finanzielle Einbußen erleiden werde, wenn es aus dem Verbund mit Kassel ausscheren wolle. Und Bürgermeister Stochla wies darauf hin, dass Vellmar seine Wasserversorgung nicht ohne den starken Partner Kassel schultern könne. Das habe die Vergangenheit gezeigt. Es sei auch nicht ausgemacht, ob Vellmarer Bürger Geld zurückbekämen, wenn sich die Kartellbehörde durchsetzt.
Schwegmann beruhigte den Vellmarer Gerhard Borowski, der die Sorge äußerte, die Kommunalpolitiker könnten an der Preisschraube drehen. Die Preise blieben stabil, sagte Schwegmann.
Wie mehrere Bürger in der Versammlung kritisierte später Dr. Burkard Müller für die Vellmarer CDU, dass die Kartellbehörde nicht mit am Tisch saß. Der Preis-Streit betreffe allein die Stadt Kassel, meinte Stochla dazu. (pdi) Fotos: Dilling



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