Fuldatal. Erwin Sedlazek brachte es auf den Punkt: „Der Zug setzt sich langsam in Bewegung.“ Mit dem Zug meinte der Sprecher des Arbeitskreises Dorferneuerung Simmershausen das zentrale Projekt im Ortsteil, die Sanierung und den Umbau vom Haus der Vereine in ein Haus der Begegnung.
1,69 Millionen Euro wird in das Projekt investiert, von denen die Gemeinde 1,22 Millionen Euro aufbringen muss. 2014 soll das Haus der Begegnung fertig sein. Jetzt traf sich das Gros der Beteiligten im Gebäude, um den aktuellen Stand der Planungen zu besprechen. Diese erstellt der Kasseler Architekt Elmar Kriesten unter Beteiligung der Simmershäuser Bevölkerung.
© SchräerAktuelle und künftige Nutzer: Volker Luckhard (auf der alten Schulbank links) und Eberhard Molkenthin vom Geschichts- und Museumsverein sowie dahinter (von links) Rainer Haldorn und Mario Schirmer vom TV Simmershausen beteiligen sich an den Umbauplänen.Für Probleme und zeitliche Verzögerungen hatten Fragen des Denkmalschutzes und vorhandener Schadstoffe gesorgt. Letztere seien aber nicht so dramatisch, meinte der Architekt. Lediglich drei Fensterbänke, eine Dichtung und eine Klappe der Heizung weisen Asbest auf. Künstliche Mineralfasern müssten im Dach entfernt werden, und die Feuchtigkeit im Keller bekomme man in den Griff.
Das Heimatmuseum (derzeit im Obergeschoss) soll das komplette Untergeschoss bekommen, bis auf den Bereich des Anbaus, der weiterhin Jugendraum bleibe, sagte Kriesten. Das Lager des Museums wandert ins Dachgeschoss. Der TV Simmershausen könne wie bisher das Erdgeschoss nutzen. Allerdings gebe es auch die Idee, dass der Turnverein ins Obergeschoss umziehe. Dies hätte laut Planer den Vorteil, dass man die öffentlichen Räume statt im Obergeschoss im Erdgeschoss hätte, wo auch die Toiletten sind.
Kurzclip:
Erwin Sedlazek über den Umbau des Hauses der Vereine
Der Charakter des Gebäudes bleibe erhalten einschließlich der Dachgauben. Allerdings wird die Außenhülle gedämmt, und es gibt Holzfenster mit Isolierglas, die aber nach Vorgabe des Denkmalschutzes baugleich mit den aktuellen sind. An der Rückseite des Hauses wird ein neues Treppenhaus samt Fahrstuhl angebaut. Noch sei unklar, ob bis auf Dachhöhe oder nur bis zum Obergeschoss, sagte der Architekt.
Ob der TV ins Obergeschoss umzieht, darauf wollte sich Vorsitzender Rainer Haldorn nicht festlegen. Dies bringe Vor- und Nachteile. Volker Luckhard, Vorsitzender des Geschichts- und Museumsvereins, wies auf eigene Planungen hin und appellierte an andere Vereine, sich an der Gestaltung der öffentlichen Räume zu beteiligen. Diesem Appell schloss sich Landrat Uwe Schmidt an, der einen Bewilligungsbescheid für die Planungskosten über 33 460 Euro übergab. Mit dem Haus der Begegnung werde ein Großteil der Wünsche umgesetzt. Jetzt sei wichtig, dass Nutzer, Vereine und die Bevölkerung das Projekt unterstützten.
Von Michael Schräer



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