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Bürgerbegehren gegen geplantes Modell für die Stadtverwaltung und das Parkdeck

Zuversicht bei Rathaus-Kritikern

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Vellmar. „Neustart“ streicht Heidi Fehr durch und schreibt „Endspurt“ auf die selbstgemachten Schilder. Diese befestigt sie am Stehtisch vor dem Vellmarer Rathaus.

Aktualisiert: Hinweis der Initiative am letzten Tag der Unterschriftensammlung.

Am Mittwoch war der letzte Tag für sie und die anderen Initiatoren des Bürgerbegehrens gegen ein Erbbaurechts-/Miet-Modell zur Sanierung des Rathauses und Neubau des Parkdecks, um Unterschriften zu sammeln. Insgesamt 1460 Vellmarer müssen das Bürgerbegehren unterstützen, damit es Erfolg hat.

Markus Morth und Siegfried Kopperschmidt sind zuversichtlich. Nach letzten Zählungen liegen sie über der notwendigen Marke. „Ich freue mich auf die Zahlen“, sagt Initiator Kopperschmidt. „Heute müssen wir aber noch arbeiten.“ Sein Einsatzort gestern ist vor Edeka Möller in Obervellmar.

Am Freitag endet die sechswöchige Frist. Die begann mit dem Beschluss der Mehrheit im Stadtparlament, einen Vertrag über Rathaus und Parkdeck mit der OFB Projektentwicklung zu schließen. Nachdem eine Initiative aus Kaufleuten vom Rathausplatz ihr Bürgerbegehren zurückgenommen hatte, blieben für den zweiten Anlauf gegen den Stavo-Beschluss „nur noch zweieinhalb Wochen, eine kurze Zeit, auch weil viele Menschen verreist sind“, sagt Kopperschmidt.

Noch einmal unterschrieben

Am Sonntag war Sabine Szeltner aus dem Urlaub zurückgekehrt. Sie hatte bereits beim ersten Bürgerbegehren unterschrieben, Jetzt habe ihre Schwester sie informiert, „dass ich noch mal unterschreiben muss“. Die Pläne der Stadt seien „rausgeschmissenes Geld“. Da auch ihr Mann das so sieht, aber an der Arbeit ist, nimmt die 45-Jährige eine Liste mit. Die will sie mit seiner Unterschrift spätestens am heutigen Donnerstag den Initiatoren vorbeibringen.

„Ich habe mich geärgert, dass das erste Bürgerbegehren zurückgezogen wurde“, sagt Anneliese Wießner (79). Auch die Seniorin hatte sich bereits mit ihrer Unterschrift gegen die Pläne der Stadt ausgesprochen. Viel zu viel solle für Rathaus und Parkdeck ausgegeben werden und dann auch noch für den Hessentag. „Dabei ist gar kein Geld da“, sagt Wießner.

Die „Rathaus-Fraktion SPD hat sich vom Bürgermeister belabern und über den Tisch ziehen lassen“, meint Jens-Carsten Petersen. Den Vertrag mit der OFB hält er für „eine faule Kiste“, viele Bedingungen seien unklar. Petersen setzte gestern seine Unterschrift auf eine Liste, wie es bereits Christa Kasch-Moritz getan hatte.

Die 64-Jährige war sogar mit Listen zum Bürgerbegehren in ihrer Nachbarschaft unterwegs. Das erste Klingeln an einer Haustür habe Überwindung gekostet. Aber alle, ob sie unterschrieben oder das ablehnten, seien sehr freundlich gewesen, sagt sie. Und: „Ich bin froh, dass ich es gemacht habe.“ So geht es auch Mitinitiatorin Heidi Fehr. Ihr Werben um Unterschriften sei „direkte Demokratie“.

Am Freitag wollen die Initiatoren ihre gesammelten Unterschriften im Rathaus abgeben.

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