Baustart: VW investiert 65 Millionen Euro in neues Kraftwerk

Baustart: VW investiert 65 Millionen Euro in neues Kraftwerk

319.07.1019.07.10|Baunatal|
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Baunatal. Volkswagen investiert bis Mitte 2012 rund 65 Millionen Euro in das Kraftwerk am Standort Baunatal. Mit moderner Technik zur Erzeugung von Strom und Wärme sollen künftig 30 Prozent weniger Energie verbraucht werden.

Das sagte Raimund Wunder, Geschäftsführer der Volkswagen Kraftwerk GmbH, am Montag zum Baustart in Baunatal. Direkt neben dem über 50 Jahre alten Kraftwerkgebäude, das durch seine Schornsteine ein Wahrzeichen der Region ist, entsteht in den nächsten zwei Jahren ein Komplex mit völlig neuer Technik. Eine Gasturbine liefert 45 Megawatt Strom, eine dahinter geschaltete Dampfturbine noch einmal 30 Megawatt. Ebenfalls werden über das Kraftwerk alle Bereiche der Produktion sowie des Vertriebs Originalteile (VO) mit Heizungswärme versorgt. Mit der neuen Anlage wollen die Baunataler künftig 75 Prozent ihres Strombedarfs selbst erzeugen. Bisher wurde der komplette Strom aus einem Pool aller VW-Kraftwerke bezogen.

Wegen der ab 2012 geltenden Bestimmungen der Bundes-Immissionsschutz-Verordnung müsse VW handeln und umweltschonende Technik einbauen, sagte Baunatals Kraftwerkchef Heinrich Nientiedt. "Nur so können wir die Abgasgrenzwerte einhalten."

Darüberhinaus bedeute die Investition ein Wettbewerbsvorteil, sagte Raimund Wunder. VW baue hier die effizientesten Getriebe, jetzt bekomme das Werk auch die kostengünstigste Energieversorgung.

Betrieben wird die Anlage zur Kraft-Wärme-Kopplung mit Gas. Für eine bessere Versorgung mit höherem Druck hat VW kürzlich extra eine Gasleitung zur Mitte-Deutschland-Anbindungsleitung (Midal) bei Baunatal-Großenritte verlegt. Im Kraftwerk selbst werden eine Gasturbine, ein Abhitzekessel und eine Dampfturbine als Kernstücke Strom- und Wärme für 12900 Mitarbeiter liefern. 40 Beschäftigte sind laut Nientiedt derzeit im Kraftwerk im Einsatz. "Mit der neuen Anlage werden es ein paar weniger sein", sagte er im Gespräch mit der HNA. Der Abbau geschehe aber sozialverträglich, etwa über Altersteilzeit.

Übrigens: Die alten, 100 Meter hohen Schornsteine des Kraftwerkes bleiben stehen. An diese sind noch einige kleinere Kessel angeschlossen. Ein Schornstein am neuen Gebäude wird lediglich 50 Meter hoch werden.

Rubriklistenbild: © Kühling

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