Baunatal. Sportunterricht in einem Kindergarten kann harte Arbeit sein. Das gilt besonders im Baunataler Kindergarten Birkenallee, wo die weit überwiegende Zahl der 127 Kinder einen ausländischen Hintergrund und Sprachprobleme hat. Da habe sie sich anfangs auch mit Zeichensprache verständigen müssen, sagt Katrin Köhler, Übungsleiterin des KSV Baunatal. Doch diese Schwierigkeiten seien inzwischen überwunden.
Die Arbeit von Köhler ist ein ermutigendes Beispiel des bundesweiten Programms „Integration durch Sport“: Am Wochenende trafen sich in der KSV-Sportwelt rund 50 Funktionäre und Übungsleiter der Sportjugend Hessen aus über 30 hessischen Vereinen, um über die Möglichkeiten zu diskutieren, mit denen die Vereine die Hürden für benachteiligte Kinder abbauen können. Der KSV Baunatal ist einer der Stützpunkt-Vereine des Programms, das vom Deutschen Olympischen Sportbund initiiert und von der Bundesregierung gefördert wird.
Im Rahmen des Programms gibt Köhler eine Stunde Sportunterricht pro Woche in der Kita. Sie würde gern noch mehr unterrichten, aber die Mittel des Programms sind begrenzt. Zum Glück engagiert sich auch die Stadt Baunatal im Bewegungsprogramm für Kinder und finanziert drei weitere Stunden. Die größeren Kinder versucht der KSV mit einem Basketball-Projekt zu erreichen.
Wer einmal Feuer für den Sport gefangen habe, sagt KSV-Vizepräsident Timo Gerhold, den könne man oft auch für den Vereinssport gewinnen. Das klappt nach Ansicht von Peter Schreiber, dem Projekt-Koordinator der Sportjugend Nordhessen, besonders gut, wenn die Vereine mit örtlichen Trägern der Kinder- und Jugendhilfe und den Schulen ein funktionierendes Netzwerk aufbauen.
Doch die Mitgliedschaft in einem Sportverein kostet Geld, das im Zeichen wachsender Kinderarmut in sozial schwachen Familien knapp ist. Im Schnitt seien gerade mal vier Euro im Sozialhilfesatz für Sport kalkuliert, sagt Koordinator Volker Rehm. Die Abteilungen des KSV gewähren nach Angaben von Gerhold im Einzelfall Ermäßigungen. Insgesamt sei ein Sportverein aber überfordert, wenn er die Einkommensverhältnisse von Mitgliedern überprüfen müsse. Der KSV biete viele kostenlose Schnupperkurse in Kitas und Schulen an.
Von Peter Dilling



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