302.03.1002.03.10|Baunatal|
|
|Schrift
a /
A||
Baunatal. Wenn klassische Musik auf 14-, 15-, 16-jährige Jugendliche trifft, dann begegnen sich meist zwei Welten. Ganz anders gestern in der Baunataler Theodor-Heuss-Schule (THS). Das Sinfonieorchester des Hessischen Rundfunks nahm die 340 Jungen und Mädchen der Jahrgänge acht bis zehn mit klassischen Klängen von Prokofjew bis Mozart mit in die für viele eher fremde Welt um Fagott, Oboe, Horn und Violine.

Orchester in der Aula: Das Sinfonieorchester des Hessischen Rundfunks startete gestern zu seiner Hessen-Schultour in der Theodor-Heuss-Schule in Altenbauna. 340 Mädchen und Jungen hörten gespannt zu. Fotos: Kühling
40 Musiker starteten in der Aula der THS zu ihrer Hessen-Schultour 2010. Unter Leitung von Gastdirigent Hermann Bäumer (Bielefeld) gab es Musik beinahe zum Anfassen. Die Jungen und Mädchen durften von allen Seiten ganz nah ans Orchester heranrücken. Geiger, Hornist und Schlagzeuger musizierten in direkter Reichweite.
„Ich freu’ mich drauf“, sagte Schülerin Judith Schiller (15) vor dem ersten Ton. Daniel Trube, der noch nie in einem klassischen Konzert war, wollte sich überraschen lassen. „Wieso nicht?“, fragte der 16-Jährige, der am liebsten Hip-Hop hört. Und Liv Zimmermann (14), die selbst seit sieben Jahren Querflöte spielt, gefielen vor allem die ersten beiden Stücke: Der vierte Satz von Prokofjews 1. Sinfonie und Dvoráks Serenade E-Dur.
Dirigent, Musiker und Moderatorin Karmen Mikovic erklärten die Instrumente und erzählten von all den Dingen, die sich um das Leben eines Orchestermusikers herum abspielen. „Könnten die Musiker ein Stück nur nach der Bewegung des Dirigenten spielen?“ Das fragte Ömer Ekin.
„Nein“, antwortete Dirigent Hermann Bäumer. Schließlich gebe es die Noten, damit die Musiker das machen, was sich der Komponist ausgedacht hat. Lediglich Akzente könnte der Dirigent setzen. Und wie kommt man in ein solches Sinfonieorchester? „Wir haben die längste Ausbildung, die es gibt“, erläuterte Bäumer. „Wir brauchen 20 Jahre, bis wir in einem solchen Orchester spielen können.“
Donnernden Applaus gab’s für den Typewriter, den Mann an der Schreibmaschine, Schlagzeuger Burkhard Roggenbuck. Er tippte vor staunenden Schülern das durch Jerry Lewis bekannt gewordene Stück von Leroy Anderson in die Maschine.
Frage, Antworten, kurze klassische Stücke – das gefiel den THS-Schülern. Nur einmal wurde es ganz still. Eben passend zur Komposition. Beim traurigen Walzer, dem Valse triste, von Jean Sibelius.
Von Sven Kühling
zurück zur Übersicht: Baunatal

Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!
Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.
Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.
Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.