Baunatal. Das runde Schatzkästchen von Peter Montermann steht ständig unter Wasser. Das ist auch gut so, denn in nassem Zustand zeigen die unbearbeiteten Opale besser das Feuer ihres umfassenden Farbspiels.
„Ich habe vor Jahren einem Opalschleifer bei der Arbeit zugesehen“, berichtet der Rengershäuser. „Das hat mich so fasziniert, dass ich selbst angefangen habe, Steine zu schleifen.“ Bei der Kasseler Volkshochschule besuchte Peter Montermann zunächst Kurse zum Thema Schmuckgestalten und Silberschmieden. „Dort haben wir zunächst Figuren aus Kupfer- und Silberblech ausgeschnitten, ähnlich wie beim Laubsägen.“
Helga Montermann schenkte ihrem Mann im Anschluss noch einen Wochenendkurs bei einer Goldschmiedin in Wuppertal. „Ich spiele gern mit meinem Gefühl für Formgebung“, sagt ihr Mann.
Beim Material Silber ist der 62-Jährige, der 34 Jahre im Rechenzentrum des Volkswagenwerks tätig war, geblieben. Er kombiniert das Edelmetall gern mit Bernstein oder mit Opalen. „Bernstein ist sehr gut zu bearbeiten, da er weich ist“, sagt er. „Er lässt sich beispielsweise gut durchbohren.“
Die Arbeit mit Opalen sei hingegen kniffelig. „Man braucht dafür diamantierte Schleifwerkzeuge.“
Es sei darüber hinaus wichtig zu wissen, dass der Opal nur als Schicht auf einer Matrix, dem Muttergestein, sitzt. Schleift und poliert man zu stark, zerstört man die Opalschicht, und die braune Matrix tritt hervor.
Mit welchem dieser Schmucksteine Peter Montermann gerade arbeitet, hängt davon ab, was im Internet und auf Mineralienbörsen angeboten wird. „Ich mache mir manchmal Skizzen, aber meistens sieht es dann doch ganz anders aus“, sagt er und lacht. Manchmal arbeite er wochenlang nicht in seiner kleinen Kellerwerkstatt, dann aber wieder viele Stunden täglich am Stück. Auch für Experimente ist der gelernte Konditor, der aus der Eifel stammt, durchaus zu haben. Da wird schon mal Bernstein im Backofen geschwärzt oder mit frei schwingenden Elementen innerhalb des Schmucks gearbeitet.
Peter Montermann präsentiert seine Arbeiten auch auf Kunsthandwerkermärkten. Durch einen HNA-Bericht wurde er beispielsweise auf die Hobby- und Kunstausstellung im Dorfgemeinschaftshaus von Wattenbach aufmerksam. Dort polierte er den Schmuck der Besucher gegen eine kleine Spende für die Gemeindepflegestation Söhrewald.
Helga Montermann hat ihrem Mann mit dem Seminar bei der Goldschmiedin nicht nur eine Freude gemacht, sie hat inzwischen auch ihren eigenen Schmuckdesigner.
HINTERGRUND
Von Bettina Wienecke



Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!
Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.
Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.
Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.