025.02.1025.02.10|Baunatal|
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Schauenburg. Nach seiner Ausbildung bei der Firma Mette Holzbau in Balhorn absolviert der Zimmerergeselle Jonathan Kröck aus Martinhagen seit September 2009 ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) im afrikanischen Staat Tansania. Über die Neukirchener Mission ist er in der Schreinerei des Shunga-Health-Centres, einem Gesundheitszentrum, eingesetzt. Aus seinem Alltag in einem kleinen Dorf in der Nähe des Tanganika-Sees berichtet der 20-Jährige in seinem Rundbrief:

Spaß mit den Kindern: Jonathan Kröck würde gern ein intensiveres Angebot für den afrikanischen Nachwuchs schaffen. Foto: privat/nh
„Ich bin hier in Shunga, im Westen Tansanias in einem kleinen Krankenhaus über die Neukirchener Mission als FSJ-ler beschäftigt. Das Krankenhaus hat Platz für 80 Patienten und beschäftigt 60 Mitarbeiter. Da ich mich südlich des Äquators befinde, haben wir zurzeit Sommer, und die Temperaturen gehen bis über 30 Grad am Tag. Und das, obwohl wir hier auf rund 1000 Meter Höhe liegen.
„Oft machen wir auch länger, und keiner fragt nach den Überstunden.“
Jonathan Kröck
Morgens stehe ich meistens um 7 Uhr auf und gehe um 7.30 Uhr zur Morgenandacht. Die Begrüßung findet in der Stammessprache Kiha statt, dieses Begrüßungsritual habe ich in der Zwischenzeit gelernt. Die Amtssprache ist Kisuaheli, die ich mit einem Sprachhelfer erlerne. Um 8.30 Uhr gibt es Frühstück und eine kurze Tagesbesprechung. Um 9 Uhr gehe ich mit zwei Schreinern in die Krankenhausschreinerei.
Wir sind hauptsächlich für Instandhaltungsarbeiten zuständig, stellen aber auch Türen, Tische, Stühle und Fenster her. Wenn es benötigt wird, bauen wir Dachstühle für neue Mitarbeiterhäuser. Für mich war es eine Umstellung, hier zu arbeiten, da wir keine Kreissägen, Hobelmaschinen, Abrichten und andere elektrischen Geräte haben wie in Deutschland. Stattdessen benutzen wir Handsägen und Hobel, die jeden Tag im Einsatz sind.
In den vergangenen Monaten waren wir auch oft im Wald, um Feuerholz für die Krankenhausküche zu holen. Da die Regenzeit gerade eingesetzt hatte, waren die Straßen im Wald sehr matschig, dadurch kamen bei mir echte Afrikagefühle auf.
Zu Mittag essen wir um 13.15 Uhr. Die offizielle Arbeitszeit geht bis 15.30 Uhr, aber oft machen wir auch länger, und keiner fragt nach den Überstunden. Nach der Arbeit habe ich etwas freie Zeit. Um 17 Uhr kommen die Tageseinnahmen, die ich überprüfe und eintrage. Zusätzlich bin ich im Büro, wo ich den Lohn der 60 Mitarbeiter zahle, Lohnvorauszahlungen ausgebe und die Monatsabrechnungen erstelle.
Dank meines Kisuaheli-Unterrichts mit einem Angestellten aus dem Labor, der auch Jonathan heißt, konnte ich mich gut in die Sprache einfinden. Öfter unternehme ich auch etwas mit den Jugendlichen, wie zum Beispiel Fußball spielen oder Leute im Dorf besuchen. Um 19 Uhr wird es schnell dunkel, und wir machen den Generator für das Krankenhaus und die Mitarbeiterhäuser an. Dann habe ich Zeit, alle elektrischen Geräte aufzuladen, Wasser zu kochen und Kopien am Drucker zu machen, denn den Generator schalten wir um 21.30 Uhr wieder ab.
Gern möchte ich noch einigen interessierten Angestellten den Umgang mit dem Computer beibringen, da sie dazu keine Möglichkeiten haben. Für die Kinder würde ich sonntags gern ein Kinderstundenprogramm mit Spielen, Essen und biblischen Geschichten anbieten, wie ich es schon in Martinhagen angefangen hatte. So etwas gibt es hier auch nicht.“ (red)
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