Fuldatal. Bürgermeisterin Anne Werderich wirkt geschockt. „Das ist der Gau.“ Die Kindertagesstätte Weddel in Ihringshausen ist mit Asbest belastet. Betreuung kann dort nicht mehr stattfinden. Die zulässigen Grenzwerte in der Raumluft sind überschritten.
Dies haben Messungen vom Sonntag ergeben, sagt die Bürgermeisterin gestern Nachmittag in ihrem Büro. Zu dieser Zeit werden die Kinder vom Weddel im Bürgersaal des neuen Fuldataler Forums betreut. Am Mittag habe die Verwaltung angerufen, sagt Kita-Leiterin Andrea Henschel.
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Am Dienstag will die Gemeinde Fuldatal die Eltern der Kinder von der Kindertagesstätte Weddel über die aktuelle Situation ab 20 Uhr im Bürgersaal des FuldatalerForums informieren. Dann soll auch ein Experte über die gemessenen Werte aus der Raumluft Auskunft geben. Ein weiteres Thema des Abends dürfte auch sein, wie die weitere Betreuung der Kinder sichergestellt werden soll. (mic)
Die gemessenen Werte seien schlecht, sie möchte ins Rathaus kommen. „Ich nehme die Kinder mit“, habe sie geantwortet. Um 13 Uhr verließen Henschel, ihre 13 Kolleginnen und 60 Kinder die Einrichtung, 26 weniger als sonst in den Gruppenräumen betreut werden. Deren Eltern hätten ihre Kinder lieber zu Hause behalten, als sie von den Messungen erfuhren und dass die Ergebnisse erst für Mittag erwartet wurden, sagt Henschel.
Dies habe man ihnen in Gesprächen auch empfohlen. „Wenn ich die Wahl gehabt hätte, wäre ich auch nicht gekommen.“ Dies gelte für ihr ganzes Team, sagt die Leiterin. „Um 13 Uhr war es uns dann wichtig: Die Kinder sofort rausbringen.“ Die persönlichen Sachen seien möglichst mitgenommen worden. Das ein oder andere dürfe sich aber noch in der Kita befinden. Nur, „ich betrete das Gebäude unter diesen Umständen nicht mehr“, betont Henschel.
Die Räume seien hochgradig mit Asbest belastet. Allerdings habe dies sehr wahrscheinlich nichts mit den jüngsten Arbeiten zum Austausch der Fenster zu tun, sagt die Bürgermeisterin. Denn die Raumluft sei nicht nur in zwei Gruppenräumen untersucht worden, bei denen neue Fenster eingebaut und zuvor jene Eternit-Schindeln entfernt wurden, die Asbest enthalten. Sondern zur Kontrolle auch in zwei weiteren Räumen und im Flur. „Die höchste Konzentration von Asbest in der Luft gab es im Flur.“
Deren Ursache sei zum gegenwärtigen Zeitpunkt unklar. Die Bürgermeisterin vermutet Altlasten an anderen Stellen des Bauwerks, das in den 70er-Jahren errichtet wurde. Die Bausünden jener Zeit „haben uns eingeholt. Das müssen wir mit größter Beroffenheit feststellen“, sagt Werderich.
Ab Mittwoch soll die Kita auf alle Schadstoffe genau untersucht werden. Heute und morgen werden die Kinder im Fuldataler Forum betreut. Ab nächster Woche, so die Bürgermeisterin, sollen die Kinder in den anderen Einrichtungen der Gemeinde unterkommen. Die sollten lieber auch geschlossen und komplett untersucht werden, meint die CDU-Fraktion in einer ersten Stellungnahme. „Schließlich wurden die Kitas in der gleichen Zeit errichtet, meint Fraktionschef Clemens Schöler."
Von Michael Schräer



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