Helsa. Die Landesregierung drückt bei der A 44 aufs Tempo: Nach Vorliegen der Baugenehmigung für das geplante Autobahnteilstück von Helsa-Ost bis Hess. Lichtenau-West (VKE 12) fielen heute die ersten Bäume bei Helsa.
Mit der kurzfristig angesetzten Baumfällaktion bereitet das Kasseler Amt für Straßen- und Verkehrswesen (ASV) an der B 7 die späteren Bauarbeiten für die A 44 vor. Eile ist geboten, weil Bäume aus Rücksicht auf die Vogelwelt nur bis 14. März gefällt werden dürfen.
Gestern rückten Holzarbeiter an und fällten Bäume am Parkplatz Waldhofkurve, dem späteren Tunnelmund für den Tunnel Hirschhagen. Heute und morgen sollen auch in Höhe Lewalter Graben Bäume zwischen B 7 und der Losse entfernt werden. Der Verkehr wird laut ASV dadurch kaum beeinträchtigt.
Grund für die Rodungen ist der Bau eines 80 mal 30 Meter großen Regenrückhaltebeckens an der Losse und einer Kanalleitung. Kanal und Staubecken werden bereits während der A 44-Bauarbeiten benötigt, um das Wasser aus dem Tunnel Hirschberg zu klären und abzuleiten.
Mit dem Bau des Tunnels soll laut ASV in der zweiten Hälfte des Jahre 2011 begonnen werden. Während des späteren Autobahnbetriebs soll in dem Rückhaltebecken das Regenwasser von der A44 aufgefangen werden, um dann dosiert in die Losse zu fließen. „Wir leiten nur so viel Wasser in die Bäche, wie auch ohne die Autobahn anfallen würde“, sagte ASV-Sprecher Reinhold Rehbein der HNA. Die Kosten für das 1800 Kubikmeter Wasser fassende Regenrückhaltebecken und die Kanalleitung liegen bei 3,2 Millionen Euro. Im Spätsommer soll mit dem Bau des Beckens begonnen werden.
Im nächsten Winter stehen laut ASV größere Rodungen an der B 7 an. Der Bereich zwischen Helsa-Ost und Hirschhagen-Tunnel muss dann für die spätere Trasse am Waldrand freigeschnitten werden. Die A 44 wird in diesem Bereich parallel zur bestehenden B 7 geführt. Dazu muss der Hang des angrenzenden Kaufungerwalds aufwändig gesichert werden.
Von Holger Schindler
Hintergrund
Der 6,3 Kilometer lange A 44-Abschnitt Helsa-Ost – Hess. Lichtenau-West (VKE 12) ist mit 250 Mio. Euro einer der teuersten Autobahnabschnitte. 220 Millionen Euro kostet der Bau des 4,2 Kilometer langen Tunnels Hirschberg. Mit dem Bau kann frühestens im zweiten Halbjahr 2011 begonnen werden, für die Bauzeit werden zwei bis drei Jahre veranschlagt. Das Vergabeverfahren für das insgesamt 6,3 Kilometer lange Autobahnstück wird laut ASV ein knappes Jahr in Anspruch nehmen. Es muss EU-weit ausgeschrieben werden. Ein Teil des Tunnelabraums wird in die Autobahntrasse zwischen Helsa-Ost und Tunnelportal eingebaut; der Rest wird per Lkw über die B7 (Hess. Lichtenau) zur Rekultivierung der ehemaligen Zeche Hirschberg verwendet. (hog)



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