hofgeismar. Die Stadt Hofgeismar rüstet sich für ein neues Energie-Zeitalter. Auf dem Westberg und dem Heuberg, den höchsten Erhebungen in der Gemarkung, sollen künftig riesige Windkraftanlagen Strom erzeugen.
Investoren, die solche Anlagen bauen wollen, haben sich im Ausschuss für Stadtentwicklung bereits vorgestellt. Die Verwaltung sei derzeit dabei, die Angebote zu prüfen, sagt Bürgermeister Heinrich Sattler (CDU). Da dies allerdings landschaftlich schützenswerte Areale seien, müsse „alles sehr sensibel angefasst werden“.
Der Bürgermeister räumt ein, dass auch er in dieser Frage eine 180-Grad-Wende vollzogen hat. „In der Vergangenheit bin ich immer stolz gewesen, dass unsere Stadt frei von Windkraftanlagen war“, sagt Sattler, „doch wenn wir die Energiewende wollen, dann kommen wir auch in Hofgeismar nicht ohne Windkraft aus.“ Zwar flössen in der Stadt schon heute 30 Prozent der hier verbrauchten elektrischen Energie aus erneuerbaren Quellen, doch das sei durchaus noch steigerbar.
Mit Windkraftanlagen der neuen Generation ist es kein Problem, den Anteil regenerativer Energien drastisch zu steigern. Denn solche Anlagen können in der Spitze bis zu drei Megawatt leisten. Stehen sie am richtigen Ort, so fahren sie 25 bis 30 Prozent ihrer Betriebsdauer unter Vollast. Zum Vergleich: Fotovoltaikanlagen bringen es nur auf zehn bis maximal 15 Prozent.
Allerdings: Die Anlagen sind rieisg. die Nabenhöhe liegt bei 180 Meter, der Flügelschlag hat einen Durchmesser von über 100 Meter. Dass sie jedes Landschaftsbild beeinträchtigen, steht außer Frage.
Auch deshalb sei es wichtig, dass solche Anlagen nicht nur Investoren-Projekte seien, sondern, dass sich auch Bürger daran beteiligen können, sagt Bürgermeister Sattler. Zudem müsse sich die Politik bei so einer zentralen Frage einig sein „und sich nicht im Klein-Klein verlieren“. ZUM TAGE
Von Gerd Henke



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