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„Einschlagstopp gefährdet Jobs“

Umweltverbände fordern Schutz von Buchenwäldern – Wirtschaftliche Auswirkungen für Region

„Einschlagstopp gefährdet Jobs“

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Kreis Kassel. Von einem Einschlagsstopp für alte Buchenwälder, wie es jüngst die Umweltverbände NABU, BUND und Greenpeace forderten, ist auch die Region Hofgeismar betroffen: Die Wälder in den Ortsteilen Liebenau, Calden, Grebenstein und Hofgeismar sind zum großen Teil laubholzdominierte Standorte und wären somit besonders von einem Einschlagsstopp betroffen.

Laubwald: Die Buche prägt das Gesicht der nordhessischen Wälder. Die Nachfrage nach ihrem Holz nimmt stetig zu. Foto:  Norbert Müller

Laubwald: Die Buche prägt das Gesicht der nordhessischen Wälder. Die Nachfrage nach ihrem Holz nimmt stetig zu. Foto:  Norbert Müller

Ein Stopp könnte zudem finanzielle Einbußen mit sich bringen, da alle Standorte wirtschaflich ertragreich sind und nicht nur direkt Waldarbeiter, sondern die ganze holzverarbeitende Industrie von Sägewerken bis zu Papierfabriken von einem Einschlagsstopp betroffen wäre, sagt Petra Westphal von der Pressestelle des Hessenforstes.

Auch geht das mit dem geschlagenen Holz verdiente Geld direkt in den Haushalt der Kommunen, was bedeutet, das hier durch fehlende Einnahmen im Holzverkauf neue Haushaltslöcher entstehen können. Im Altkreis Wolfhagen ist man von der Forderung nach einem Einschlagstopp nicht begeistert: Für private und kommunale Waldbesitzer käme es einer Katastrophe gleich, die Nutzung der Buche einzuschränken, sagt Forstamtsleiter Uwe Zindel.

Wirtschaftlicher Schaden

Der wirtschaftliche Schaden wäre enorm. Menschen in den Sägewerken würden ihre Jobs verlieren. Hessen, Bayern und Nordrhein-Westfalen bilden innerhalb Deutschlands das Herz der Laubsägeindustrie. Mit einem Anteil von 45 Prozent wachsen gerade in Hessen die meisten Buchen. Deutschlandweit ist der Baum mit lediglich 15 Prozent vertreten.

Die heutigen Buchenwälder seien das Ergebnis einer nachhaltigen Forstwirtschaft, die auch in den Wäldern im Landkreis Kassel seit einigen hundert Jahren praktiziert werde. Der Artenreichtum sei eine weitere positive Folge, sagt Zindel. Schon jetzt werde bei der Bewirtschaftung darauf geachtet, dass in den Wäldern mehr nachwächst, als eingeschlagen wird.

Hochleistungsstandorte

Als besonders mit Buchen bewachsene Gebiete nennt Zindel etwa die Langenberge bei Baunatal, Waldflächen bei Schauenburg, Calden und Liebenau. „Das sind Hochleistungsstandorte für die Buche.“ Die Umweltverbände NABU, BUND und Greenpeace fordern zehn Prozent des öffentlichen Waldes beziehungsweise alter Buchenbestände aus der Bewirtschaftung zu nehmen und stillzulegen. „Im Bewusstsein, dass die Deutschen ein ganz besonderes Verhältnis zu ihrem Wald haben, sollen hier Ängste und Sorgen geschürt werden“, sagt auch der Vorsitzende des Gemeinsamen Forstausschusses „Deutscher Kommunalwald“, Winfried Manns.

Er appelliert an die Umweltverbände, sich in der Debatte um die Zukunft des Waldes an den Fakten zu orientieren. So habe das Bundesamt für Naturschutz der Forstwirtschaft eine hervorragende Leistungsbilanz bescheinigt. Die Entwicklung des Artenreichtums im Wald habe schon heute die gesteckten Ziele zu 81 Prozent erreicht und liege damit an der Spitze aller Flächennutzungen. Manns: „Naturschutz und Holznutzung sind also kein Gegensatz.“

Den Anteil der Buche bei der Holzernte zurückzufahren ist aus Sicht von Forstamstleiter Uwe Zindel völlig ausgeschlossen. Für die von den Umweltverbänden aufgemachte Forderung gäbe es gar keine Notwendigkeit. Sie sei unter ökologischen Gesichtspunkten sinnlos, und mit Blick auf die Holzindustrie richte sie sogar volkswirtschaftlichen Schaden an.

Hessenweit sind bereits 13 000 Hektar Wald aus der Nutzung genommen, deutschlandweit handelt es sich um eine Fläche von 250 000 Hektar, auf der sich die Natur frei entfalten kann. Vor allem ehemalige Truppenübungsplätze und Schutzareale bleiben unangetastet. HINTERGRUND STICHWORT

Von Sebastian Manz und Antje Thon

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