023.12.0923.12.09|Hofgeismar|
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Trendelburg. Der Wind pfeift Jens Luleich um die Ohren, es ist klirrend kalt. Er steht auf einem vereisten Garagendach in Deisel und montiert ein Fotovoltaik-Modul. Immer noch, obwohl die Sonne schon vor einer Stunde untergegangen ist. Zwei Strahler dienen als Lichtquelle.

Auch im Winter auf den Dächern: Unternehmer Jens Luleich steht voll hinter der Technologie der Fotovoltaik. Foto: Brandstädter
Der Unternehmer muss sich beeilen, denn bis Jahresende werden seine Anlagen noch gut gefördert. Dann wird die Einspeisevergütung wieder um drei Cent pro Kilowattstunde sinken. Für seine Kunden ist Luleich auch im Winter auf den Dächern und überwindet dort auf spiegelglattem Untergrund seine Höhenangst. „Auch, wenn Fotovoltaik im Sommer sicherlich lukrativer ist als jetzt: Die Sonne scheint immer.“
Der 34-Jährige ist von den Vorteilen des Stroms aus Sonnenenergie überzeugt: „Die Sonne ist das größte Kraftwerk, das wir kennen. Sie spendet Licht und Wärme im Überfluss und berechnet uns keinen Sonnenstrahl“, sagt Luleich. „Außerdem nehmen die Anlagen keinen Platz weg, verursachen keine Geräusche, produzieren keine Abgase.“
Und die Industrie boomt. In Deutschland wurden 2008 mehr Anlagen als in jedem anderen Land installiert. Das Potenzial ist vielversprechend. Jens Luleich zählt zu den Ersten, die auf diesen Zug aufgesprungen sind.
„Ich mache am liebsten das, was andere nicht können“, meint der Unternehmer. Zuerst hat er auf dem Hof seiner Eltern Maschinen entwickelt. Sein Haus hat er vom Fundament bis zur Badezimmerarmatur in Eigenregie gebaut. 2005 setzte sich Luleich dann mit Fotovoltaik auseinander. Er installierte Module auf den Dächern seines Hauses, seiner Garage und der Scheune.
Mittlerweile speist Luleich 60 000 Kilowattstunden jährlich ins Netz. Das entspricht dem Verbrauch eines Hotels. Einmal installiert, bringe die Anlage von allein Geld ein. „Deshalb ist Fotovoltaik so beliebt. Jeder, der ein Dach nach Süden hat, kann so eine Anlage betreiben. Und das System wird gut subventioniert.“ Mit seiner Firma will er bald selbst Anlagen vertreiben. Seine Freundin wird es ihm danken, wenn er nicht mehr von früh bis spät auf den Dächern Nordhessens arbeiten muss.
Lesen Sie nächsten Mittwoch vom künftigen Energierathaus.
Von Philipp Brandstädter
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