Grebenstein. Naturdrogen sind im Kommen. Diese Befürchtung verdichtet sich in Expertenkreisen. Besonders beliebt als Haschisch-Ersatz ist dabei die Hortensie. Immer häufiger wird die Polizei damit konfrontiert.
Die Beamten in Hofgeismar ermitteln aktuell in einem Fall in Grebenstein. Doch es ist nicht der Erste in der Region. In den vergangenen Monaten kam es bereits einige Male zu Diebstählen. Hortensien in Vorgärten und Gärten in Hann. Münden und Fuldatal wurden geplündert. Der jüngste Fall ist laut Polizei vermutlich kurz nach der Schneeschmelze an der Udenhäuser Straße in Grebenstein geschehen. Insgesamt sieben Grundstücke seien betroffen, so Stephan Baulandt von der Hofgeismarer Polizeidienststelle. Die Täter kamen vermutlich nachts und hinterließen kaum Spuren.
Auch wenn der Hortensien-Diebstahl kein Massendelikt sei, so Polizeisprecher Torsten Werner, so komme er immer wieder vor. Seines Wissens würden Teile der Pflanze - er gehe davon aus, dass es die Blütendolde ist – getrocknet, gemahlen, mit Tabak vermischt und anschließend geraucht.
Lutz Mohr, Apotheker in Grebenstein, kann vor dem Konsum nur warnen. Er weist auf die Onlineausgabe der „Pharmazeutische Zeitung“ hin. Darin wird der Hortensie eine berauschende Wirkung nachgesagt. Triebe, Blüten und Blätter würden geraucht. Gerade die Blumen-Joints sollen eine ähnliche Wirkung haben wie Marihuana. Bei Jugendlichen sollen die Hortensientriebe als Haschischersatz beliebt sein.
Vom Rauchen wird aber dringend abgeraten. Strafrechtlich handelt es sich zwar nicht um einen Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz, aber die Pflanze enthält Blausäureverbindungen, die beim Verbrennen freigesetzt werden. Apotheker Mohr: „Das kann zum Ersticken führen.“



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