Hümme. Kaum ein Feld, auf dem die beiden großen Parteien von SPD und CDU im Hofgeismarer Stadtparlament derzeit nicht versuchen, gemeinsam Lösungen zu entwickeln. So auch bei der zukünftigen Nutzung des Hümmer Bahnhofes.
Musste die Öffentlichkeit vor kurzem noch annehmen, dass die CDU-Fraktion mit ihrem Antrag, den Bahnhof als Dorfgemeinschaftshaus zu nutzen, eine gänzlich andere Richtung verfolgt, als die SPD, wurde dies bei der jüngsten Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses widerlegt. Da nämlich, so berichtete Ausschussvorsitzender Peter Nissen nach der Zusammenkunft, einigten sich alle auf ein und die selbe Vorgehensweise. Dennoch wurde der Antrag der CDU angenommen.
Gleichwohl denken CDU und SPD nach Auskunft Nissens nicht daran, „eine Feierbude“ aus dem alten Gebäude zu machen. Der CDU sei es nach Darstellung ihres Fraktionsvorsitzenden, Gotthard Brand, mit dem Antrag vor allem darum gegangen, das Thema Bahnhof voranzutreiben und auch eine dauerhafte Finanzierung der Einrichtung zu gewährleisten.
Einigkeit herrscht in der Hofgeismarer Politik demnach darin, den Bahnhof als eine Begegnungsstätte des Ortes zu etablieren. Dabei soll ein Mehrgenerationenhaus geschaffen werden, dessen Nutzungsmöglichkeiten eine Arbeitsgruppe überprüft.
Der untere Bereich könnte zu einer offenen Begegnungsstätte für Jung und Alt werden. Denkbar wäre, so sagt Nissen, dort Kulturveranstaltungen anzubieten, Betreuungsangebote für Demenzkranke zu schaffen, einen Spielkreis für Kleinkinder anzubieten und eine Seniorenbegegnungsstätte zu schaffen. Jedoch reicht das Spektrum der Nutzungsmöglichkeiten noch wesentlich weiter: VHS und Musikschule könnten Kurse anbieten, Arztsprechstunden und ein Frisörangebot sollen geprüft werden. Und natürlich will man Vereinen wie VdK und DRK Räume anbieten.
Nach wie vor aktuell ist, dass der NVV im Bahnhof Platz erhält und so Miete zahlt, die für die Unterhaltung des Gebäudes benötigt werden. Da Hümme für die RT 3 ab Dezember Endstation sein wird, sollen hier die Züge gewartet und gereinigt werden. Nötig sind daher Sozialräume für NVV-Bedienstete, und ein Wachdienst soll gleichfalls eingerichtet werden. Darin sieht der Ausschussvorsitzende auch die Chance, eine soziale Kontrolle für den Bahnhofs-Komplex zu schaffen.
Um bei der Sanierung und dem Umbau des Gebäudes nicht die Möglichkeit zu verlieren, an Fördergeld zu gelangen, muss bis Ende Mai ein fertiger Bauantrag auf dem Tisch liegen. Im Vorfeld ist unter anderem auch noch eine Bürgerversammlung geplant, kündigt Nissen an. (kil)



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