Hofgeismar. Die Baunataler Diakonie Kassel (BDK) ist mit aller Kraft bemüht, aus den negativen Schlagzeilen herauszukommen, die sie durch die Ankündigung produziert hat, neue, dezentrale Unterkünfte für ihre behinderten Bewohner zu schaffen. Einher gehen diese Pläne mit Sorgen betroffener Eltern, dass Kinder gegen ihren Willen aus dem vertrauten Wohnumfeld herausgerissen werden.
Als letztes machte der Eltern- und Förderverein der Diakonie Wohnstätten Hofgeismar und der Verein Lebenshilfe Kreisverband Hofgeismar in einem offenen Brief seinem Unmut Luft (wir berichteten). Thomas Helmstetter und Dr. Andreas Brachmann von der Baunataler Diakonie Kassel bekamen am Montagabend vor Beginn der Hofgeismarer Stadtverordnetensitzung Gelegenheit, für mehr Klarheit zu sorgen und die Wogen der Erregung unter der Elternschaft zu glätten.
Zentrale Aussage beider: Auch in Hofgeismar soll kein Bewohner gegen seinen Willen zum Umzug genötigt werden. Brachmann, Fachbereichsleiter Wohnen bei der BDK, hob vor den Stadtverordneten und zahlreichen Eltern noch einmal die große Bedeutung Hofgeismars für seine Einrichtung hervor. In der Stadt stimme nicht nur die Infrastruktur, auch die Integration der Bewohner erfolge beispielhaft.
Weiter machten Helmstetter und Brachmann den Abend über deutlich, dass es sich bei den Plänen der BDK um einen Zeitraum von zehn, zwölf oder gar 15 Jahren handele. Oberstes Ziel dabei sei, die bestehende Wohnsubstanz zu sanieren und zu verändern, um sie heute gängigen Standards anzupassen.
Es gehe darum, sich für die Zukunft zu wappnen, sagte Brachmann. Bewohner, die in zehn bis 20 Jahren unter die Obhut der BDK kämen, hätten andere Erwartungen, als es heute der Fall sei. Die ambulante Betreuung Behinderter gewinne immer mehr an Bedeutung. Dem solle auch in den Wohnheimen Rechnung getragen werde. Daher werde die Zahl der stationären Plätze ab- und die der ambulanten Plätze ausgebaut.
Beruhigend versuchten die beiden Vertreter der BDK auch auf die Nöte der Eltern einzugehen, indem sie deutlich machten, dass man erst ganz am Anfang aller Planungen stehe. In Hofgeismar vergingen noch zehn bis zwölf Jahre, ehe die notwendigen Voraussetzungen für Sanierung und Neubau geschaffen seien. Einräumen musste Brachmann auf Nachfrage aus den Reihen der Stadtverordneten, dass die bisherige Kommunikation mit den Betroffenen unzureichend verlief. Das, so kündigte der BDK-Sprecher an, solle zukünftig intensiver verlaufen.
Ebenfalls auf eine Frage sagte der Fachbereichsleiter, dass die nunmehr begonnenen Planungen nicht aus betriebswirtschaftlichen Gründen erfolgten, um Geld einzusparen. Hierbei gehe es ausschließlich darum, die Qualität zu steigern. (kil) Fotos: Archiv



Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!
Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.
Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.
Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.