Kreisteil Hofgeismar. Bis zu 750 Euro Steuern im Jahr sollen Pferdebesitzer künftig für ihre Tiere zahlen – das befürchtet Dr. Rolf Müller, Präsident des Landessportbundes (LSB) Hessen.
Der Hessische Städte- und Gemeindebund (HSGB) habe den Kommunen empfohlen, eine Steuer von jährlich 750 Euro pro Tier zu erheben, heißt es in einer Pressemitteilung des LSB.
Die Städte und Gemeinden im Kreisteil Hofgeismar planen jedoch nicht, eine solche Steuer einzuführen. Eine Mustersatzung, wie sie beispielsweise die Gemeinde Breuna vom Städte- und Gemeindebund zugeschickt bekam, liegt noch nicht vor.
Hofgeismars Bürgermeister Heinrich Sattler, Mitglied des HSGB-Vorstands, sagt sogar, dass es eine derartige Empfehlung nicht gegeben habe, wohl aber eine Debatte, weil Schauenburg die Steuer prüfte, dann aber ablehnte.
Andere Bürgermeister aus dem Altkreis haben zwar eine solche Mitteilung zur Kenntnis genommen, planen aber, wie Grebenstein, Wahlsburg und Reinhardshagen, keine Steuer.
„Wir haben den Mut der Verzweiflung belächelt und es beiseite gelegt“, sagt Peter Lange (Liebenau). Und: „Wie sollten das Familien mit ein oder zwei Pferden bezahlen oder der große Ponyhof in Zwergen? Es gibt ja auch keine Katzensteuer.“
Trendelburgs Bürgermeister Bernhard Klug meint, dass es zunächst wichtiger sei, Ausgaben einzusparen. Man müsse auch an die Kaufkraft der Menschen denken. In Oberweser sei die Steuer auch kein Thema, allein schon wegen des Tourismus und der vier Reiterhöfe in der Gemeinde, sagt Verwaltungsmitarbeiter Dirk Schmitt. In Calden, wo es auch einen Reiterhof gibt, wurde die Idee an die Fraktionen weitergeleitet, es gab aber keine Reaktion, sagt Büroleiter Günter Lang.
Immer wieder über eine Pferdesteuer nachgedacht wird dagegen bei den Etatberatungen in Bad Karlshafen und Immenhausen. Sie sei zwar nicht aktuell, aber auch nicht vom Tisch, sagt Immenhausens Bürgermeister Herbert Rössel.
Von Thomas Thiele



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