Sechs Musiker im Krieg

Holger Schäfer trat mit Harfe und Flöte eine Reise ins Mittelalter an

Sechs Musiker im Krieg

128.01.1228.01.12|Hofgeismar|
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Trendelburg. Höfisch, ritterliche Dichtkunst, Harfenspiel und die Erzählung der Legende vom Sängerkrieg auf der Wartburg entführten am Freitag 40 Besucher im Landgrafensaal der Trendelburg in die Zeit des Mittelalters.

Stimmungsvoll: Holger Schäfer entführte das Publikum auf der Trendelburg am Wochenende mit Harfenspiel, Gesang und Erzählung in die Zeit des Mittelalters. Foto: Vossen

Stimmungsvoll: Holger Schäfer entführte das Publikum auf der Trendelburg am Wochenende mit Harfenspiel, Gesang und Erzählung in die Zeit des Mittelalters. Foto: Vossen

Der Minnesänger und Harfenspieler Holger Schäfer erzählte und interpretierte die Lieder aus dem Sängerwettstreit. Er fand der Legende nach um 1206 auf Einladung des Thüringer Landgrafen Hermann statt. Über den historischen Hintergrund des Themas, das unter anderem Dichter wie Novalis und E.T.A. Hoffmann zu Verarbeitung anregte, referierte der Musikwissenschaftler Dr. Lothar Jahn (Hofgeismar).

Mit der 1303 erstmals urkundlich erwähnten und wahrscheinlich längst zuvor erbauten Trendelburg hatten die Veranstalter eine kaum zu übertreffende Kulisse gewählt. Es bedurfte nur wenig an Phantasie, um sich in dem von Kerzen beleuchteten Saal auf die Zeitreise in das Mittelalter einzulassen. Im Erzählstil so virtuos wie im Gesang und Harfen- sowie Flötenspiel gelang es Schäfer, die Zuhörer in den Bann der Legende und des Minnesangs zu ziehen. Sechs Sänger, darunter Meister wie Walther von der Vogelweide und Wolfram von Eschenbach, folgten damals der Einladung des Landgrafen.

Der Wettstreit fand nach vorher festgelegten Regeln statt. Fünf der Sänger würdigten den Hausherrn in ihren Liedern. Einer, Heinrich von Ofterdingen, sang ein anderes Lob. Es kam zu Empörung und Streit. Ofterdingen sollte dem Henker übergeben werden. Die Gunst der Landgräfin, deren Unterstützung er suchte und die Entscheidung, dem Meister-Sänger Klingsor den Richterspruch zu überlassen, retteten den Angefeindeten letztendlich.

Die Häufigkeit, mit der sich der Sängerkrieg in mittelalterlichen Schriften findet, weise auf ein tatsächliches Geschehen hin, sagte Jahn. Die Bekanntschaft von Wolfram von Eschenbach, Walter von der Vogelweide und auch des Tugendhaften Schreibers mit dem Landgrafen sei nachgewiesen. Bei anderen der erwähnten Protagonisten gebe es diesbezüglich Unstimmigkeiten in der Überlieferung, so der Minnesang-Spezialist.

Die Veranstaltung war Auftakt einer Reihe der Volkshochschule Region Kassel zur Sängerkrieg-Thematik. Nächster Termin: Samstag, 25. Februar, 17 bis 19.15 Uhr in Kassel, Lichtraum, Am Rande 7. Dr. Lothar Jahn referiert: Der Sängerkrieg im Spiegel der Romantik. (ziv)

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