Hofgeismar. Mit so genannten Stolpersteinen soll die Erinnerung an ermordete jüdische Mitbürger in mehreren Kommunen im Landkreis Kassel wachgehalten werden.
Noch in diesem Jahr sollen in Grebenstein, Calden, Immenhausen und Espenau die ersten Steine verlegt werden. Die Idee, Stolpersteine in diesen Orten zu verlegen, geht auf Sabine Croll zurück.
Die Grebensteiner Lehrerin erwarb mit ihrer Familie vor Jahren ein Haus in der Grebensteiner Unterstadt. Wie sie vergangenes Jahr erfuhr, lebte früher in dem Gebäude die jüdische Familie Katz, die in der NS-Zeit von den Nazis deportiert und ermordet wurde.
Für Croll war klar, dass sie vor ihrem Haus einen Gedenkstein anbringen wird, der an die früheren Besitzer erinnert. Doch ihr Anliegen ist es, dass dies kein Einzelfall bleiben soll. „Ich habe mit vielen Institutionen, mit den Kirchen und auch mit der Stadt Kontakt aufgenommen“, berichtet sie.
Das Echo sei durchweg positiv gewesen. Was fehlte, waren finanzielle Mittel. Jetzt sind auch die vorhanden. Die Stadtsparkasse stellt aus Mitteln ihrer Stiftung 4000 Euro bereit: Für jede der vier Kommunen, in der sie Geschäftsstellen hat, 1000 Euro.
Welches Projekt konkret in Angriff genommen wird, so Horst Wanik, Vorstandsvorsitzender der Grebensteiner Stadtsparkasse, werde vor Ort entschieden. Bei einem Treffen mit den vier Bürgermeistern, Vertretern der Schulen und Geschichtsvereine habe man dieses Vorgehen vereinbart.
Auch in Hofgeismar gibt es Bestrebungen, Stolpersteine zu platzieren. Hier ist der Runde Tisch gegen Rassismus federführend. Die Planungen sind soweit fortgeschritten, dass man sie mit der Stadt abstimmen kann. (mrß)



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