Lamerden. Morgens um 6 Uhr ist für Edgar und Ursula Denecke aus Lamerden die Nacht zu Ende. Nicht dass der 62-Jährige und seine Ehefrau der Arbeit oder anderen Verpflichtungen nachkommen müssten. An Werktagen beginnt um diese Uhrzeit der Schwerlastverkehr. Bis 17 Uhr rollen die Lastwagen des nahegelegen Steinbruchs durch die schmale Mühlenfeld-Straße im ansonsten beschaulichen Diemeldorf.
Damit leben Deneckes schon seit Jahren. Doch jetzt ist ihnen der Kragen geplatzt. Mit Beginn großer Straßenbauprojekte wie die Hofgeismarer Umgehungsstraße hat sich die Zahl der vorbeifahrenden Lkw mit Schotterladung drastisch erhöht. Der Verkehr zerrt an den Nerven des Ehepaares. „Die wenigsten Fahrer halten sich an das vorgeschriebene Tempolimit. Wir sind verstärkt Lärm und Schmutz ausgesetzt. Es zeigen sich Risse in den Wänden unseres denkmalgeschützten Fachwerkhauses“, sagt Denecke. Der Pensionär wandte sich in dieser Angelegenheit an das Amt für Straßen und Verkehrswesen, die Polizei und den Bürgermeister. Bisher mit nur mäßigem Erfolg.
„Die 30-Kilometer-Zone wurde über den Standort unseres Hauses hinweg verlängert. Das war’s“, beschreibt Denecke die Reaktionen. Zudem sei jedes Gebotsschild nur so gut, wie seine Einhaltung von der Polizei kontrolliert werde. Dies geschehe aber nicht.
Waren es früher rund zehn Lastwagen, die täglich die Mühlenfeld-Straße befuhren, sind es derzeit rund 350, wie eine Zählung des Hausbesitzers ergeben hat. Die Alternative zur bisher genutzten Strecke durch Lamerden würde entgegengesetzt Richtung Körbecke über Liebenau führen, sagt Denecke. Dies bedeute einen Umweg mit einer Steigung von rund zehn Prozent. Wahrscheinlich würde sie deshalb nicht genutzt, so der genervte Mühlenfeld-Anlieger. Er sehe eine nie endende Geschichte auf sich zurollen, denn in absehbarer Zeit stehe die Erneuerung der Straße zwischen Liebenau und Hofgeismar an.
„Wir fühlen uns allein gelassen. Nach dem Motto. Bürger hier ist der Dreck, jetzt schluck ihn“, beschreibt das Ehepaar die Situation. (ziv)



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