Hofgeismar/ Grebenstein. Das Vertrauensverhältnis zwischen dem Eltern- und Förderverein der Diakonie Wohnstätten Hofgeismar und der Baunataler Diakonie Kassel ist tief erschüttert. Grund des zunehmenden Misstrauens auf Seiten der Elterschaft sind Pläne der Diakonie, Wohnplätze für Behinderte in Hofgeismar und Burguffeln abzubauen und statt dessen neue Wohnstätten dezentral in anderen Gemeinden zu schaffen (wir berichteten).
In einem offenen Brief haben nun der Vorsitzende des Elternvereins, Helmut Rudolph (Espenau), und der Vorstand der Lebenshilfe Kreisverband Hofgeismar, Karl-Christian Kerkmann, ihrem Unmut Luft gemacht. Gleichzeitig hoffen sie auf Unterstützung in der Öffentlichkeit. Zwar begrüßen beide die Pläne der Diakonie, bestehende Wohnungen zu sanieren und kleinere Wohngruppen zu schaffen. Sollten aber in Hofgeismar Umsetzungen erforderlich sein, sei dies nur am Standort Hofgeismar selbst sinnvoll, heißt es in dem Brief.
Die zum Teil auch aus anderen Orten stammenden behinderten Menschen lebten mittlerweile Jahre, manche schon Jahrzehnte, in Hofgeismar und hätten dort ihren Lebensmittelpunkt gefunden, wenden sich Rudolph und Kerkmann gegen Umzugspläne. Zudem fänden die Behinderten in Hofgeismar in außergewöhnlichem Maß ein menschlich und sozial gewachsenes Miteinander und Füreinander vor. Das Argument der Diakonie, die Bewohner zurück in die Nähe ihrer Herkunft zu platzieren, erscheint den Elternvertretern von daher konstruiert.
Unverständlich ist Rudolph gleichfalls der Planungsablauf. Zuerst neue Standorte und Wohnobjekte ausfindig zu machen, dann Verhandlungen mit den Kommunen zu führen und erst danach überhaupt zu ermitteln, wer von den Behinderten für einen Umzug infrage komme, erwecke enormes Misstrauen und zeuge von mangelnder Professionalität.
Den beiden Verfassern des Briefes drängt sich von daher der Gedanke auf, dass man längst fällige Sanierungsarbeiten in Hofgeismar und Burguffeln zum Anlass nimmt, die Regionalisierung voranzutreiben, da die Aktion Mensch nur noch derartige Projekte fördere. Sowohl der Eltern- und Förderverein, als auch die Lebenshilfe lehnen daher die Pläne der Baunataler Diakonie Kassel in der jetzigen Form ab. Unabhängig von der augenblicklichen Planung fordern sie ein Sanierungskonzept für die bestehenden Wohnheime. Schließlich seien in den vergangenen zehn Jahren keine grundlegenden Renovierungsarbeiten in den Wohnbereichen der Gruppen erfolgt.
Zudem erwarten sie, dass in Hofgeismar ebenso verfahren wird wie in Burguffeln, wo den Betroffenen zugesagt wurde, dass niemand gegen seinen Willen umziehen müsse. (kil)



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