Helsa/Kaufungen. In fünf Jahren werden Fahrzeuge auf der A44 im längsten Autobahntunnel Hessens den Ortsteil Eschenstruth unterqueren. Doch schon jetzt gibt es Ärger. Das Regierungspräsidium hat Notfallpläne für die gesamte Autobahn erarbeitet - doch die betroffenen Feuerwehren wissen davon nichts.
Die Notfallpläne legen fest, welche Feuerwehr für welchen Abschnitt zuständig sein soll. Doch: „Wir sind nicht informiert“, sagte der amtierende Kreisbrandinspektor im Landkreis Kassel, Thomas Swoboda, auf Nachfrage der HNA. Auch in Helsa und Kaufungen, den betroffenen Wehren vor Ort, weiß man von nichts. „Wir haben überhaupt keine Informationen“, sagt der Helsaer Gemeindebrandinspektor Timo Schröder.
Zwar habe es vor zehn Jahren ein Gespräch mit dem Regierungspräsidium gegeben. Damals sei aber noch nichts konkret gewesen. Unklar sei, welche Zuständigkeiten es gebe und was an Ausrüstung verlangt werde. „Wir wissen nicht, ob wir Spezialausstattung für den Tunnel brauchen“, sagt Schröder. Die Helsaer Brandschützer müssen in die 4,1 Kilometer lange Tunnelröhre in Fahrtrichtung Osten vordringen, wenn dort etwas passiert.
Auch in Kaufungen, das für den Abschnitt bis Kassel zuständig sein soll, vermisst man Informationen. „Wir sind als Stützpunktfeuerwehr gut ausgestattet“, sagt der Kaufunger Hauptamtsleiter Carsten Marth. Aber ob das ausreiche oder man beispielsweise Chemieschutzanzüge brauche, sei unbekannt. Das Regierungspräsidium weist die Vorwürfe der mangelnden Information zurück. „Die Pläne liegen seit mehr als zehn Jahren auf dem Tisch“, sagte RP-Sprecher Michael Conrad der HNA. Schon 2001 seien die Rettungszufahrten gemeinsam mit dem Amt für Straßen- und Verkehrswesen (ASV) abgestimmt worden, heißt es aus dem RP.
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