131.08.1031.08.10|Söhre/Kaufungen|
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Helsa. Die Menschen sind mit dem Leben in Helsa durchaus zufrieden; allerdings sehen sie deutliche Schwächen in puncto Wirtschaft und Versorgung. Zu diesem Schluss kommt eine repräsentative Studie des Mannheimer Zentrums für Europäische Sozialforschung.

Danach beurteilen die Helsaer ihr Vereinsleben als besonders gut. 92 Prozent meinen, dass es in der Gemeinde ein lebendiges Vereinsleben gibt – das sind zwei Prozentpunkte mehr als der Durchschnitt der befragten Gemeinden. Für die Studie „Europa im Kontext“ hatten die Meinungsforscher dafür 28 zufällig ausgewählte hessische Kommunen miteinander verglichen.
In Helsa wurden 296 Bürger nach dem Zufallsprinzip ausgewählt und von Februar bis Mai 2009 in Telefoninterviews befragt; 135 davon waren Männer, 161 Frauen. Das Durchschnittsalter der Befragten lag bei 51 Jahren.
Die Bürger fühlen sich über kommunale Planungen gut informiert (74 Prozent), 58 Prozent meinen, dass sie an Planungen beteiligt werden – das ist mehr als in den anderen Gemeinden. 72 Prozent finden, dass Ausländer in Helsa gut integriert sind, ein Ergebnis, das genau im Landesschnitt liegt.
Erheblich schlechter jedoch ist das Ergebnis, wenn es um Freizeitangebote, Einkaufsmöglichkeiten und Arbeitsplätze in Helsa geht. Nur 44 Prozent geben dem Freizeitangebot in der Losse-Gemeinde gute Noten (Land: 65 Prozent). Mehr Geschäfte wünschen sich 41 Prozent der Bürger. Nur 22 Prozent halten Helsa für eine wirtschaftlich starke Gemeinde (Land: 59 Prozent). Und lediglich 7 Prozent meinen, dass es leicht ist, in Helsa einen Arbeitsplatz zu finden (Land: 24 Prozent).
Mit den Institutionen der Kommunalpolitik sind fast zwei Drittel der Befragten zufrieden. Das größte Vertrauen genießt der Bürgermeister (63 Prozent), er liegt damit vor der Gemeindeverwaltung (61) und dem Gemeindeparlament (60).
Das Schlusslicht bilden die örtlichen Parteien (56), sämtliche Werte sind leicht besser als der Landesdurchschnitt.
Auffallend hoch ist das Interesse an Kommunalpolitik. Während sich im Landesschnitt 56 Prozent für die Politik vor Ort interessieren, sind es in Helsa 62 Prozent.
Helsas Bürgermeister Tilo Küthe findet die Ergebnisse der Studie wenig überraschend. Das Vereinsleben sei der lebendige Puls in Helsa und den Ortsteilen. „Wir haben weit mehr Vereinsmitglieder als Einwohner“, sagt Küthe, denn viele Menschen gehörten gleich mehreren Vereinen an. Die Gemeinde hat bei 6000 Einwohnern 78 Vereine, der größte von ihnen – die TSG Eschenstruth – hat 600 Mitglieder. Das große Interesse an Kommunalpolitik erklärt Küthe unter anderem mit strittigen Themen wie dem Bau der A44 und der vom Land geforderten Rücknahme von Tempo 30 auf den Ortsdurchfahrten von Eschenstruth, St. Ottilien und Helsa. Beim mangelnden Freizeitangebot seien der Gemeinde wegen ihrer geringen Finanzkraft die Hände gebunden. „Es ist denkbar, dass man mehr tun kann“, sagte Küthe. Er werde dies als Anregung betrachten
Dass die Einkaufsmöglichkeiten beschränkt seien, sei kein Geheimnis. „Wickenrode ist unterversorgt“, sagt das Gemeindeoberhaupt, „hier gibt es gar keinen Lebenmittelladen mehr“. Die Gemeinde versuche seit Jahren erfolglos, eine Verbesserung zu erreichen. „Wirtschaftlich stark sind wir sicherlich nicht“, meint Küthe. Das sei Helsa auch noch nie gewesen. Nur im Mittelalter habe es mal eine große Sodafabrik in Wickenrode gegeben. Auch mit Arbeitsplätzen könne Helsa in der Tat nicht punkten. „Da haben wir topografisch zu wenige Möglichkeiten“, sagt der Bürgermeister. Die größten Arbeitgeber sind der Tankwagenbauer Esterer und die beiden Seniorenheime. Die Gemeinde verfüge jedoch über eine sehr gute Wohnqualität. „Hier kennt man seine Nachbarn noch“, sagt Küthe. Zu den Arbeitsplätzen müssten die Menschen aber in die nahen Ballungszentren fahren.
Von Holger Schindler
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05.02.12|Söhre/Kaufungen|0

