Kaufungen. Die Fertigstellung der A 44 hat für die Landesregierung oberste Priorität, das machte Verkehrsminister Dieter Posch (FDP) am Donnerstag vor dem Landtag in Wiesbaden deutlich.
„Diese Ost-West-Achse im deutschen Autobahnnetz wird die Rahmenbedingungen für Wirtschaft und Tourismus in Nordhessen deutlich verbessern.“
Die Autobahn werde darüber hinaus die Anwohner der Bundesstraßen vom Durchgangsverkehr entlasten. „Das bedeutet auch: Weniger Lärm und mehr Lebensqualität für die Menschen vor Ort“, sagte Posch.
Er forderte die Rücknahme der Klage gegen die A 44, um einen schnellen Autobahnbau zu ermöglichen. „Mich ärgert das, weil hierdurch der Bau vorsätzlich verzögert wird“, sagte Posch.
Nächstes Ziel seines Ministeriums sei die Baufreigabe für den sieben Kilometer langen Teilabschnitt von Bischhausen bis Hoheneiche, der das Mittelzentrum Eschwege an den Großraum Kassel anbinden werde.
Gegen diesen Abschnitt hat der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) Klage erhoben. Für den Abschnitt bei Kaufungen haben gleich mehrere Organisationen Klagen angekündigt.
BUND-Sprecher Thomas Norgall (Frankfurt) wies die Forderung Poschs zurück. „Wir klagen nicht aus Jux und Tollerei“, sagte Norgall, „es geht darum, ob Recht und Gesetz eingehalten wurden.“
Auch der BUND wolle Entlastung für die Anwohner. Dies sei jedoch viel schneller zu erreichen, wenn man auf den Bau der Autobahn verzichte, stattdessen die B 7 ausbaue und mit Ortsumgehungen versehe. „Dann wäre die Entlastung schon da“, meinte der BUND-Sprecher.
Der BUND behalte sich das Recht auf Klage auch im Abschnitt Kassel-Kaufungen vor. Für eine Entscheidung müsse aber erst die konkrete Planung vorliegen. Das Land arbeitet an den Plänen, im Sommer sollen sie fertig sein.
Die Kaufunger Bürgerinitiative (BI) Pro A 44 hatte vergangene Woche angekündigt, dass sie gegen den Abschnitt bei Kaufungen entweder selbst oder zusammen mit der Gemeinde Kaufungen oder dem BUND klagen werde.
Dies weist der BUND-Sprecher zurück: „Es gibt keine gemeinsame Basis für eine Klage mit der BI Pro A 44.“ Die BI verfolge das Ziel, die A 44-Trasse vom Lossetal in die Söhre zu verlegen, dies widerspreche der Zielsetzung des BUND. „Eine Trassenführung quer durch das Waldgebiet der Söhre wäre noch schlechter als die bisherige Planung“, meint Norgall.
Demgegenüber will die Grüne Linke Liste Kaufungen (GLLK) alle Klagen gegen den Bau der A 44 unterstützen. Es gebe keine verträgliche Trasse durch das Lossetal, sagte GLLK-Sprecher Steffen Andreae. (hog)
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