Fuldabrück. Der Ausbau der A44 und der Neubau der Bergshäuser Brücke werden möglicherweise mit privatem Geld finanziert. Eine Maut-Station für Autofahrer wird es aber nicht geben, heißt es aus dem Bundesverkehrsministerium.
Das prüft erstmals bei Autobahn-Projekten in Hessen, ob sie in öffentlich-privater Partnerschaft (ÖPP) günstiger zu unterhalten und bauen sind.
Die Sanierung der A 44 zwischen dem Dreieck Kassel-Süd und Diemelstadt ist eines der ins Auge gefassten Projekte. Eine erste Studie habe ergeben, dass die ÖPP-Realisierung hier kostengünstiger sein könne als die übliche Realisierung aus dem Bundeshaushalt, so lautet das Zwischenergebnis. Es wäre das erste ÖPP-Autobahn-Projekt in Hessen.
Die Ertüchtigung des Autobahnabschnitts zwischen Diemelstadt und Kassel wird mit 80 Millionen Euro veranschlagt. Der A 44-Abschnitt beinhaltet den vier Kilometer langen Bereich vom Autobahnkreuz Kassel-West bis zum Dreieck Kassel-Süd, der von vier auf sechs Spuren erweitert wird. Dabei müssen auch sechs bestehende Brücken, die Feldwege und Straßen unter der A 44 hindurchführen, verbreitert und teilweise neu gebaut werden.
Auch die Bergshäuser Brücke ist Teil des Projekts. Sie wird abgerissen und neu gebaut; geschätzte Kosten allein dafür: 45 Millionen Euro.
Die Realisierung als ÖPP-Projekt bedeutet nicht, dass die Autofahrer gesondert zur Kasse gebeten werden. Eine Pkw-Maut solle auf dem Abschnitt nicht erhoben werden, sagt der Pressesprecher des Bundesverkehrsministeriums, Richard Schild. Für Lastwagen werde wie bisher die bestehende Lkw-Maut fällig.
Wie ein möglicher privater Auftragnehmer vergütet werden soll, könne man erst nach Abschluss einer Wirtschaftlichkeitsuntersuchung sagen. Denkbar sei die Weiterleitung der Lkw-Maut für diesen Abschnitt plus eine Zusatzzahlung des Bundes oder aber eine Vergütung nach der Verfügbarkeit der Strecke. Das Vergabeverfahren soll im laufenden Jahr 2012 gestartet werden, heißt es aus Berlin. Voraussetzung für eine Entscheidung für die ÖPP-Variante sei, dass sie günstiger sei als eine konventionelle Realisierung oder wenigstens genauso wirtschaftlich. Auch müsse klar sein, dass es Baurecht gebe.
Der Zeitplan für die geplanten Arbeiten sieht vor, dass zunächst das vier Kilometer lange Straßenstück vom Kreuz Kassel-West Richtung Osten ertüchtigt wird. Im Anschluss soll die marode Bergshäuser Brücke abgerissen und neu gebaut werden. Dies kann ab 2015 geschehen, frühestens 2018 wird die 700 Meter lange Brücke über die Fulda fertig sein.
Von Holger Schindler



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