1112.03.1012.03.10|Söhre/Kaufungen|
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Kaufungen. Insolvenz heißt nicht zwingend Tod eines Unternehmens. Ein eindrucksvolles Beispiel für diese Aussage ist die Ponndorf Maschinenbau GmbH, die 2005 zahlungsunfähig wurde und mit Beginn des Jahres als Ponndorf Anlagenbau GmbH Kassel neu an den Start gegangen ist.

Insolvenz überwunden: Unter dem Namen Ponndorf Anlagenbau geht das Maschinenbau-Unternehmen aus Kaufungen-Papierfabrik in die Zukunft. Unser Archivbild zeigt den Bau einer Trocknungsanlage für Holz zur Produktion von Holzpellets, die für Japan bestimmt war. Links Peter Boll (67 und inzwischen im Ruhestand) und Firmenchef Axel Ponndorf (40). Archivfoto: Stier
„Wir freuen uns, diese Krise gemeistert zu haben und sind offen für neue Herausforderungen“, kommentierte Firmenchef Axel Ponndorf (40) die Entwicklung, die ihm Anlass zu einem optimistischen Blick nach vorn gibt, die mittlerweile 108 Jahre währende Familientradition fortsetzen zu können. Besonders wichtig dabei: Alle auch in der Insolvenzphase beschäftigten 27 Mitarbeiter konnten mit ihren bisherigen Arbeitsverträgen komplett übernommen werden.
In Schieflage war das Unternehmen, das Trocknungsanlagen unter anderem für Brauereien und die Holzindustrie baut, nicht wegen fehlender Aufträge geraten. Im Nischenbereich der Trocknung von Malzrückständen und Holzspänen hatte sich Ponndorf auf dem Weltmarkt gut behauptet.
In Zahlungsschwierigkeiten war der Familienbetrieb nach gekappten Kreditlinien durch die alte Hausbank gekommen. Dadurch konnten Aufträge nicht mehr vorfinanziert werden. Inzwischen, so Axel Ponndorf, hat die GmbH mit der Kasseler Sparkasse eine neue Hausbank und mit ihrer Hilfe eine geordnete Finanzierung gefunden.
„Es zeigt sich wiederum, dass Insolvenzen durchaus auch die Möglichkeit bieten, Arbeitsplätze zu retten und zu einem Neustart zu kommen“, erklärte der bisherige Insolvenzverwalter, der Kasseler Rechtsanwalt Frank Ziegler. Während der Insolvenz sei das Unternehmen stabilisiert worden. Wegen des guten Rufes seien auch ausreichend neue Aufträge hereingekommen, um eine Trendwende einzuleiten.
Ziegler rechnet damit, das Insolvenzverfahren des Altunternehmens 2011 beenden zu können. Vermutlich werde die Quote für die Gläubiger deutlich über 30 Prozent der Forderungen liegen. Ziegler: „Das ist viel besser als die sonst oft üblichen fünf Prozent.“
Ponndorf ist Spezialist im Bau und der Projektierung kleiner bis mittelgroßer industrieller Trocknungsanlagen. Außerdem beschäftigt sich das Kaufunger Unternehmen direkt am Ortsrand von Kassel mit dem Bau von Maschinen für die Entwässerungstechnik. „Wir konstruieren und entwickeln auch maßgefertigte Anlagen für das Fraunhofer Institut“, erläuterte Ulf Ponndorf. Der 33-jährige Diplomkaufmann hält ebenso wie Bruder Axel 50 Prozent der Gesellschafteranteile.
Die gegenwärtige Auftragslage bezeichnete Axel Ponndorf als „mittelprächtig“, gleichwohl sei die Lage des jungen Unternehmens gefestigt. Aufträge kämen derzeit unter anderem aus der Türkei, aus Japan und Thailand.
Verstärken will er die Aktivitäten im Service- und Wartungsbereich. Die meisten Brauereien etwa hätten die eigenen Schlossereien abgeschafft, hier eröffneten sich für Ponndorf neue Geschäftsfelder. Das schafft sogar Chancen für den Arbeitsmarkt. Axel Ponndorf: „Wir suchen weiterhin Vertriebsmitarbeiter für den weltweiten Kundenservice.“
Kontakt: Ponndorf Anlagenbau, 0561 / 5114 29, E-Mail: a.ponndorf-gmbh.de und im Internet: ponndorf-gmbh.de
Von Thomas Stier
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05.02.12|Söhre/Kaufungen|0

