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Neubau der Bergshäuser Brücke: Drei Varianten werden geprüft

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Fuldabrück. Die marode Autobahnbrücke bei Bergshausen soll abgerissen und neu gebaut werden. Bisher sah die Planung den Neubau an der heutigen Stelle vor. Doch nun werden auch Alternativen geprüft.

Wo genau die neue Bergshäuser Brücke der A 44 über die Fulda geschlagen wird, das steht noch nicht fest. Wie die Straßenplanungsstelle des Landes in Kassel, „Hessen mobil“, auf Nachfrage bestätigte, werden zurzeit drei Varianten für den Brückenneubau untersucht. Im Laufe des Sommers soll die Entscheidung über den genauen Standort gefällt werden.

Hintergrund für die Untersuchung von Alternativen ist die Befürchtung, dass der Brückenbau durch Klagen von Anwohnern aus Bergshausen verhindert oder zumindest verzögert werden könnte. „Wir müssen alles, was denkbar ist, untersuchen, um eine rechtssichere Planung zu bekommen“, sagte Hessen-mobil-Sprecher Reinhold Rehbein.

Variante 1 entspricht der heutigen Linienführung. Variante 2 führt weiter südlich über die Fulda und trifft am bestehenden Umspannwerk auf das Autobahndreieck Kassel-Süd. Variante 3 schwenkt am heutigen Westrand der Bergshäuser Brücke deutlich nach Süden und beschreibt einen weiten Bogen, der am Kiliansblick auf die A 7 stößt.

Vor Weihnachten hatte das Amt die Ergebnisse der Umweltverträglichkeitsprüfung mit den Fachbehörden abgestimmt. In der Studie wurden die Auswirkungen auf Tiere, Pflanzen, Menschen, das Klima, Luft, Wasser, den Boden sowie Kulturgüter untersucht.

Bei dem Treffen habe man sich darauf verständigt, dass noch genauere Untersuchungen der Lärmwirkungen auf die Anwohner in Bergshausen notwendig seien, sagte Rehbein der HNA. Die Lautstärke werde in Lärmkarten grafisch aufbereitet.

Wenn das Ergebnis vorliegt, wird es zunächst dem Land und dem Bund – er muss die Kosten tragen – vorgestellt. Vermutlich im Herbst würden dann die betroffenen Bürger informiert.

Im Anschluss soll die Detailplanung beginnen. Dabei wird festgelegt, welche Flächen benötigt werden und welche Eingriffe in die Landschaft nötig sind. Auch die Lärmbelastung für jedes Gebäude werde rechnerisch ermittelt. Schließlich wird auch der eigentliche Brückenbau geplant.

Vermutlich wird eine Stahlbetonbrücke errichtet; eine reine Stahlbrücke, wie sie jetzt die Fulda in 50 Meter Höhe auf einer Länge von 700 Meter überspannt, ist im Unterhalt zu aufwendig.

Klar ist bereits, dass Variante 1 am wirtschaftlichsten zu bauen und mit den geringsten Eingriffen verbunden wäre. Andererseits gibt es hier – trotz der geplanten Lärmschutzwand auf der neuen Brücke – die höchsten Belastungen für die Menschen in Bergshausen.

Die Varianten 2 und 3 schaffen zusätzliche Probleme für die Bewohner der Sperre-Siedlung an der Fulda, das Vogelschutzgebiet in der Fulda-Aue und den Trinkwasserbrunnen in Bergshausen.

Die Gemeinde Fuldabrück wird sich in einer Sondersitzung am Donnerstag, 9. Februar, 20 Uhr im Rathaus, ausschließlich mit dem Thema Bergshäuser Brücke beschäftigen. Um Spielraum für andere Varianten zu schaffen, soll der bestehende Beschluss, die neue Brücke am jetzigen Standort zu errichten, aufgehoben werden. Die Sitzung ist öffentlich, Zuhörer sind willkommen.

Von Holger Schindler

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