Kaufungen / Kassel. Alina Scholz und Elias Baumann knobeln mit Sergen Belen und Laura Klos vor der Tafel an der richtigen Formel für die Berechnung des Molekulargewichts. Auf dem Experimentiertisch in der Herderschule steht ein Glasbottich gefüllt mit Wasser, das in einem Zylinder hochsteigt. Doch welches Gas hat sich oberhalb der Wassersäule gesammelt, nachdem Elias Baumann unter Wasser das Ventil seines Feuerzeugs geöffnet hat? Ist es Methan, Ethan oder Butan? Dass es sich um Letzteres handelt, weisen die vier Schüler gemeinsam nach.
Dabei gehen zwei der Schüler, Alina und Elias, noch gar nicht zur Herderschule, dem Oberstufengymnasium des Landkreises, sondern besuchen die neunte Klasse der Gesamtschule Kaufungen. Mit 45 Klassenkameraden ihres Jahrgangs haben sie jetzt bei einem Pilotprojekt der Herderschule mitgemacht: Schüler der Mittelstufe üben gemeinsam mit 86 Oberstufenschülern das naturwissenschaftliche Experimentieren. Sie bekommen dadurch einen Einblick in die selbstständige wissenschaftliche Arbeitsweise und die Zusammenarbeit im Team, sagt Chemiefachlehrerin Silke Franz, die das Projekt initiiert hat. Alina Scholz, die in Kaufungen die naturwissenschaftliche Profilklasse besucht, fand das spannend. „Das gibt mir eine Orientierungshilfe, ob ich in der Oberstufe auch meinen Lernschwerpunkt auf die Naturwissenschaften setze“, sagt die 15-Jährige. Bei der Auswertung des Pilotprojekts hilft die Universität Kassel. Professor David Di Fuccia, Leiter der Fachabteilung Didaktik der Chemie, wertet das Experiment mithilfe von Fragebögen aus. „In bestimmten Bereichen kann ich das schon jetzt positiv bewerten“, sagt er. Das Projekt könnte anderen Schulen als Vorbild dienen und zum Schulalltag werden. (pdi)



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