419.03.1019.03.10|Söhre/Kaufungen|
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Niestetal. Das ist eine gute Woche für die Radsportler im Landkreis Kassel: In Ahnatal wurde die Baugenehmigung für eine 370 Meter lange BMX-Rennstrecke erteilt (Bericht auf hinterer Seite), in Niestetal beschloss das Parlament einstimmig den Bau eines Bike-Parks auf einem 20 000 Quadratmeter großen Waldgelände an der heutigen Grillhütte des Ortsteils Heiligenrode.

Akrobaten auf zwei Rädern: Marc Schröder vom TSV Heiligenrode bei der Trial-Hessenmeisterschaft 2008 in Melsungen. Auf einem 20 000 Quadratmeter großen Gelände bei Heiligenrode soll jetzt ein Bike-Park mit Trail-Anlage gebaut werden. Archivfoto: Richard Kasiewicz/nh
Die Gemeinde hatte vom Niestetaler Architekten Alois Lorscheider-Brinkmann vier Standorte untersuchen lassen und sich letztlich für den Bereich Viehberg an der Grillanlage Heiligenrode entschieden, die für Feiern kaum noch genutzt wird.
Auf dem etwa 20 000 Quadratmeter großen Wald- und Wiesengelände sollen für etwa 70 000 Euro verschiedene Anlagen für sportliches Radfahren entstehen. Herzstück wird ein Trial-Parcours sein, bei dem die Sportler mit ihren Rädern Hindernisse aller Art überwinden müssen (Hintergrund).
Der Trialradsport erfreut sich in der etwa 120 Mitglieder starken Radabteilung des TSV Heiligenrode immer größerer Beliebtheit. Trainingsplätze gibt es bislang nur am Rinderstall oberhalb von Hann. Münden, im Nordstadtpark und der Fuldaaue in Kassel.
Ohne eigene Gelände hätten sich die etwa 35 Trialsportler aus Niestetal dem MSC Melsungen anschließen müssen. Der TSV stellt aktuell hier zwei deutsche Meister und mehrere Mitglieder der Nationalmannschaft.
In Heiligenrode könnten später auch Meisterschaften ausgetragen werden, wenn die Hindernisse aus Baumstämmen, Natur- und Betonsteinen, Mauern und Erdmulden fertig sind.
Doch der Bike-Park soll über die Nutzung durch die Trial-Artisten weit hinausgehen. Er soll auch einen Hindernispfad erhalten, auf dem Mountainbiker und BMX-Radler unterwegs sein können. Geplant ist, den Bereich um die heutige Grillanlage zu einem Radsportstützpunkt für den gesamten Kasseler Osten zu machen.
Bevor mit den Arbeiten begonnen werden kann, müssen jetzt erst einmal Artenschutzprüfungen vorgenommen und untersucht werden, ob dort Specht, Eule und Fledermaus vorkommen.
Lorscheider-Brinkmann geht davon aus, dass noch in diesem Jahr mit den Arbeiten begonnen werden kann und Teile der Anlage bereits im Herbst/Winter von den Radsportlern genutzt werden können. Der Architekt, selbst aktiver Radsportler und für die Grünen im Parlament, rechnet damit, dass bis zum März nächsten Jahres alles fertig ist.
Sprecher aller Fraktionen hatten in der Parlamentssitzung die Schaffung des Bike-Parks begrüßt und als wichtigen Teil im Sport- und Freizeitangebot der Gemeinde bezeichnet. Daher gab es auch keine Gegenstimmen zu dem Vorhaben.
Die Mitglieder der Radsportabteilung des TSV Heiligenrode wollen sich mit Eigenleistungen an den Arbeiten beteiligen und später auch die Anlage betreiben und pflegen.
Die Grillhütte und ihre Nebenanlagen sollen erhalten bleiben und als Unterkunft für das neue Radsportzentrum im östlichen Landkreis dienen.
Von Thomas Stier
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