Fuldabrück. Wenn der Torjäger Kevin Kuranyi Schalke 04 zum Sieg schießt, erstrahlt in Bergshausen ein gleißendes Licht im abendlichen Dunkel. Ein 500-Watt-Strahler erleuchtet dann das blau-weiß gedeckte Dach des Hauses von Herbert Wehrmann mit dem Emblem des Bundesligavereins aus dem Kohlenpott.
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Der Schein ist so hell, dass auch die Autofahrer auf der nahen Autobahn A44 dann wissen, dass Schalke wieder gewonnen hat.
Wehrmann ist seit 60 Jahren Schalke-Anhänger. Und jetzt will er beim Fan-Wettbewerb des Vereinssponsors Gazprom am 19. April den Titel „ultimativer Schalke-Fan“ und zwei Dauerkarten für die Spiele seiner Lieblingsmannschaft gewinnen. Außer ihm sind 15 weitere Kandidaten im Rennen.
Alles Schalke: Dieser „Fan“ ist Dauergast auf der Terrasse.Die Liebe zu den „Knappen“ begann schon, als der gelernte Maschinenschlosser noch ein Kind war. Wehrmann erlebte die Schalke-Kicker wenige Jahre nach dem Ende des zweiten Weltkriegs in seiner Heimatstadt Ochtrup an der niederländischen Grenze. Damals seien die „Knappen“ über Land getingelt, um „für Bratkartoffeln und gebratenen Speck“ zu spielen, erinnert sich der 68-Jährige. Später fuhr er dann regelmäßig die 90 Kilometer zum Glück-Auf-Stadion in Gelsenkirchen zu den Heimspielen von Schalke 04.
Die Begeisterung kühlte auch nicht ab, als Wehrmann 1961 nach Fuldabrück kam, um an der neuen Autobahnbrücke über die Fulda mitzubauen. Er blieb in Bergshausen, der Liebe wegen. Doch die alte Liebe, Schalke, vergaß er nicht.
Schalke-LogoDas Haus seiner - inzwischen gestorbenen - Schwiegereltern gestaltete er zum Schalke-Fanstützpunkt um: Vor dem Haus weht eine große Vereinsfahne neben einer Kohlen-Lore aus dem Ruhrpott. Die Zisterne ist blau-weiß gestrichen, und von der Veranda grüßt eine Puppe mit dem Trikot des Schalke-Spielers Olaf Thon. Das Auto der Wehrmanns? Das ist natürlich Schalke-blau und trägt das Vereinsemblem.
Trotzdem macht der 68-Jährige, der im VW-Werk und jahrzehntelang in der früheren Martini-Brauerei arbeitete, aus seiner Liebe zu Schalke keinen Kult.
Er finde den Zusammenhalt und die Solidarität in diesem Fußballverein, die auch in schlechten Zeiten funktioniere, einfach einzigartig, sagt Wehrmann, der wie sein Sohn und Enkel auch Mitglied bei Schalke ist.
Es beeindruckt ihn noch heute, dass der frühere Schalke-Stürmer Klaus Fischer bei der 100-Jahr-Feier der Knappen vor dem Publikum, unter dem auch Wehrmann war, drei Fallrückzieher vorgeführt hat. Schalke kümmere sich halt um seine Fans, sagt der 68-Jährige.
Fürs heutige Spiel auf Schalke drückt Wehrmann seiner Mannschaft besonders die Daumen. Er hofft, dass es endlich wieder mal klappt mit der Meisterschaft.
Wer Herbert Wehrmann bei seinem Wettbewerb um den Fan-Titel unterstützen will, muss dessen Foto auf der Internetseite www.gazprom-sport.de bis 19. April anklicken. Der Kandidat mit den meisten Klicks gewinnt.
Von Peter Dilling



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