Kaufungen. Helmut Bring, seit wenigen Wochen Fraktionsvorsitzender der SPD in der Kaufunger Gemeindevertretung, muss sich vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft Kassel wirft dem 55-Jährigen Untreue vor.
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Wie Dr. Götz Wied, Sprecher der Anklagebehörde, auf HNA-Anfrage erklärte, soll Bring als Rechtsanwalt Geld, das er für Mandanten eingenommen hatte, nicht an diese weitergegeben haben.
© HNA/ArchivbildWegen Untreue angeklagt: Helmut Bring, Fraktionschef der SPD im Kaufunger Gemeindeparlament. Das Gerichtsverfahren gegen Bring, das bereits im November 2011 begonnen hat, wird laut Staatsanwaltschaft am Dienstag, 28. Februar, 11 Uhr, vor dem Amtsgericht in Eschwege fortgesetzt. In der Kreisstadt betrieb der Jurist eine Anwaltskanzlei und war auch als Notar zugelassen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll Bring in zwei Fällen Geld von Mandanten veruntreut haben. In einem Fall gehe es um eine Summe von 1180 Euro, in dem zweiten Fall um 1000 Euro, so der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Die Taten soll Bring zwischen Januar und Juni 2008 sowie Anfang 2009 begangen haben. Das Verfahren ist laut Wied durch die betroffenen Mandanten in Gang gekommen. Diese hätten Bring 2010 und 2011 angezeigt. Das Strafgesetzbuch sieht bei einer Verurteilung wegen Untreue eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe vor. Nach Angaben des Sprechers der Staatsanwaltschaft hat in der Sache bereits am 8. November 2011 eine Verhandlung stattgefunden. Diese sei dann aber ausgesetzt worden.
Helmut Bring, der seit 1984 in Kaufungen lebt, zählt zu den prominentesten Sozialdemokraten in der Lossetalgemeinde.
Erst vor wenigen Wochen wurde er als Nachfolger von Christian Strube zum Vorsitzenden der SPD-Fraktion gewählt. Außerdem ist er stellvertretender Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Kaufungen. Im Jahr 2004 hatte der in Schreufa bei Frankenberg geborene Jurist für das Bürgermeisteramt in Kaufungen kandidiert. In der Stichwahl verlor Bring damals gegen den von der CDU unterstützten Kandidaten Peter Klein.
SPD-Ortsvorsitzender und Bürgermeister Arnim Roß äußerte sich am Freitag trotz Anfrage der HNA nicht.
Stattdessen meldete sich am Nachmittag sein Stellvertreter Martin Hauck schriftlich zu Wort. „Der Vorstand des SPD-Ortsvereins Kaufungen wird sich in seiner nächsten Sitzung mit dem Verfahren und den Vorwürfen gegen seinen stellvertretenden Vorsitzenden Helmut Bring befassen“, heißt es in der Erklärung. Und weiter: „Es handelt sich nach derzeitigem Kenntnisstand um ein laufendes Verfahren, in dem es noch kein Urteil gibt.“ Aus diesem Grund verbiete sich eine „voreilige Bewertung“.
Uwe Schmidt, Vorsitzender der SPD im Landkreis Kassel, wollte sich am Freitag nicht zu dem Fall äußern. Er wisse von der Angelegenheit nichts, sagte der Landrat. (ket)



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