Lohfelden. Viele Menschen fühlen sich von Mobilfunksendemasten in der Nähe ihrer Wohnungen bedroht, auch wenn die Schädlichkeit der Strahlen wissenschaftlich noch nicht nachgewiesen ist. In Lohfelden will man den Bau neuer Sendeanlagen jetzt mithilfe der Bauleitplanung in den Griff bekommen, um so die gesundheitlichen Belastungen der Bevölkerung zu minimieren.
Der von der Gemeindevertretung einstimmig beschlossene Bebauungsplan zur „Steuerung von Mobilfunksendeanlagen“ sieht vor, dass die Mobilfunkbetreiber beim Aufstellen neuer Sendemasten mit Standorten außerhalb der Wohnbebauung vorlieb nehmen müssen.
Für bereits bestehende Anlagen gilt Bestandsschutz, sie dürfen weiterhin betrieben und modernisiert, aber nicht mehr erweitert werden.
„Alle zulässigen Standorte sind vom Sachverständigen Wolfgang Kessel berechnet worden, sie entsprechen den gesundheitlich unbedenklichen Vorsorgewerten“, sagte der Vorsitzende der Mobilfunk-Kommission, Olaf Köhne (Grüne). Man habe sich nach langen Beratungen darauf verständigt, keine Grenzwerte zu definieren, sondern Flächen auszuweisen, auf denen Anlagen generell zulässig sind.
Ein Problem sei der Bestandsschutz, der den Weiterbetrieb von Anlagen in Lohfelden erlaube, die der kommunalen Zielsetzung eigentlich widersprechen, sagte der Kommissionsvorsitzende. Dazu gehören Sendemasten in Wohngebieten, deren Strahlen aber innerhalb der in Deutschland zulässigen Grenzwerte liegen.
Olaf Köhne sagte neuen Beratung- und Handlungsbedarf im Hinblick auf zusätzlich benötigte Reichweiten für die neuen „LTD-Handys“ voraus.
Für Norbert Kniprath (SPD) haben die von den Basisstationen der digitalen Schnurlos-telefone in den Haushalten und Büros ausgehenden Strahlen einen wesentlichen Anteil an dem belastenden Strahlenmix. Dies räumte auch Olaf Köhne ein: „DECT-Telefone strahlen immer, auch wenn man nicht telefoniert“, sagte der dem Gemeindevorstand angehörende Kommissionsvorsitzende. Er rät zur Anschaffung von verträglicheren CT1+-Geräten mit dem Aufdruck „ECO-DECT“. (ppw)
HINTERGRUND



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