Feuerwehr Eschenstruth feiert 75-jähriges Bestehen – Am Samstag Festkommers

Lkw war die Zugmaschine

101.09.1001.09.10|Söhre/Kaufungen|1 Kommentar
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Helsa. Großen Rummel wird es an diesem Samstag, 4. September, nicht geben, wenn die Freiwillige Feuerwehr Eschenstruth ihr 75-jähriges Bestehen feiert. Ein Kaffeenachmittag mit gemeinsamer Schauübung von Kinderfeuerwehr, Jugendfeuerwehr und Einsatzabteilung am Feuerwehrhaus ab 14 Uhr und ab 19.30 Uhr ein Festkommers mit geselligem Beieinander sind geplant. Und nimmt man es ganz genau, wird sogar ein Jahr zu spät gefeiert.

Vor 40 Jahren: Um 1980 präsentierten sich die Atemschutzgeräteträger der Freiwilligen Feuerwehr Eschenstruth stolz vor ihren beiden Einsatzfahrzeugen. Zu sehen sind Dieter Götte, Adalbert Wittmann, Erhardt Vockenroth, Erich Fahrenbach, Hans-Jürgen Schuberth, Heini Rybandt und Karl-Heinz Lemke. Heute ist Atemschutz nicht mehr wegzudenken, und die Wehr ist auf Gefahrguteinsätze spezialisiert. Foto: Feuerwehr / nh

Vor 40 Jahren: Um 1980 präsentierten sich die Atemschutzgeräteträger der Freiwilligen Feuerwehr Eschenstruth stolz vor ihren beiden Einsatzfahrzeugen. Zu sehen sind Dieter Götte, Adalbert Wittmann, Erhardt Vockenroth, Erich Fahrenbach, Hans-Jürgen Schuberth, Heini Rybandt und Karl-Heinz Lemke. Heute ist Atemschutz nicht mehr wegzudenken, und die Wehr ist auf Gefahrguteinsätze spezialisiert. Foto: Feuerwehr / nh

Gegründet wurde die Freiwillige Feuerwehr Eschenstruth nämlich schon 1934 als Ersatz für eine Pflichtfeuerwehr. Bis zum Zweiten Weltkrieg entwickelte sich die Wehr gut und wurde dann kriegsbedingt zur Frauenwehr, bis die Alliierten sie 1945 auflösten. Erst am 8. Oktober 1949 erfolgte die Wiedergründung – ohne Frauen.

Lieferwagen als FFW-Auto

Der Neuanfang war nicht einfach, denn bis 1956 standen nur zwei Anhänger für die Tragkraftspritzen zur Verfügung. Örtliche Lkw-Besitzer mussten im Notfall ihre Fahrzeuge als Zugmaschine zur Verfügung stellen. Ein selbst umgebauter Lieferwagen diente schließlich bis 1967 als Feuerwehrauto. Erst 1967 wurde das erste richtige Einsatzfahrzeug eingeweiht. Dieses LF8, ein Opel Blitz, versah ein Vierteljahrhundert seinen Dienst zum Schutze des Dorfes, bis es 1993 durch das noch heute im Dienst befindliche LF 8/6 Gefahrgut ersetzt wurde. Seit Januar verfügt die Wehr über ein neues Mannschaftsfahrzeug.

Eine Feuerwehr lebt durch den Übungsdienst. Der wurde vor 50 Jahren sehr ernst genommen. Wie aus den alten Protokollen hervorgeht, hatte ein dreimaliges unentschuldigtes Fehlen den Ausschluss aus der Wehr zur Folge. 1950 sollen acht Feuerwehrmänner wegen Interessenlosigkeit ausgeschlossen worden sein.

Zwei Jahre später verstärkten zehn Waldhöfer die Wehr, die fortan auch für die Siedlung zuständig war.

Erheblicher Widerstand

Im Rahmen der 40-Jahr-Feier wurde 1974 die Jugendfeuerwehr gegründet. Getreu dem Motto „Mehr als reine Männersache“ öffnete sich die Wehr auch weiblichen Interessenten. Doch die Ortsbrandmeister sollen 1979 noch erheblich Widerstand geleistet haben, als die ersten Mädchen der Jugendfeuerwehr beitraten. Der Gleichberechtigung konnten aber auch sie nichts entgegensetzen. 1981 versahen schließlich die ersten Frauen ihren aktiven Dienst. Um eine Kinderfeuerwehr erweitert wurde die Freiwillige Feuerwehr Eschenstruth schließlich 2008. In Eschenstruth gab es bisher drei Feuerwehrhäuser. Das erste Spritzenhaus stand zwischen der Untergasse und dem Mühlenweg.

Nachdem 1967 die neue Grundschule fertig war, bezog man Räume in der „Alten Schule“. Das jetzige Feuerwehrhaus am Knüllweg wurde in viel Eigenleistung gebaut und 1992 eingeweiht. (zko)

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