323.02.1023.02.10|Wolfhagen|
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Wolfhagen. Der gelernte Kfz-Mechaniker und Kraftfahrer Klaus Wölk aus Wolfhagen hat ein wahres Schmuckstück in seiner Garage: einen perlweißen VW-Käfer aus dem Jahr 1961. „An dem Auto kenne ich jede Schraube, den Käfer kann ich auch im Dunkeln reparieren“, erzählt Wölk. Alle Reparaturen und die ganze Restauration hat er zuhause in seiner Garage erledigt, in „unserer Bastelstube“, wie er sie nennt.

Kennt jede Schraube an seinem Käfer: Klaus Wölk mit seinem perlweißen VW-Käfer aus dem Jahr 1961. Fotos (2): Saric
In den 1960er-Jahren ging der Autoliebhaber bei der Firma VW-Ostmann in Wolfhagen in die Lehre. Zu der Zeit habe er fast nur mit Käfern zu tun gehabt, berichtet der heute 60-Jährige. Die seien damals so verbreitet gewesen, wie heute der Polo. In dieser Zeit entwickelte sich seine Leidenschaft für Autos von VW, besonders für die Käfer.
Die Bastelei und Schrauberei an Autos, besonders die Vorliebe für alte VWs, breitete sich schnell auf die ganze Familie aus. Die zwei Söhne der Wölks bastelten genauso gern wie ihr Vater an ihren Autos herum. „Natürlich waren das ebenfalls ältere VWs, zum Beispiel der Golf Eins, die heute auch schon Oldtimer sind“, erklärt Ehefrau Erika Wölk. Bei der Schrauberei der Söhne war Klaus Wölk immer dabei und half mit.
„Warum immer nur für die Jungs basteln. Jetzt will ich für mich selbst mal ein Auto“, dachte sich Wölk Anfang der 90er-Jahre. Dass dieses Auto wieder ein Käfer werden sollte war ihm sofort klar. Nach langer Suche wurde er 1992 im Wolfhager Stadtteil Istha fündig. Da stand sein Käfer, Baujahr 1961, in einer Scheune und rostete vor sich hin. 1500 Mark bezahlte er für „den Schrotthaufen“, das sind knapp 767 Euro. Der Wagen hat 34 PS, vier Zylinder, 1200 ccm Hubraum und einen Käfer-Boxer-Motor. Neuwert damals: etwa 4000 Mark (etwa 2045 Euro).
Ein knappes Jahr reparierte und restaurierte Klaus Wölk den Käfer, bis er 1993 seine erste Fahrt nach Kassel zum TÜV machen konnte. „Da war unheimlich viel ver- und durchgerostet“, erinnert sich der Schrauber.
„Den Käfer kann ich auch im Dunkeln reparieren.“
Klaus Wölk
Glücklicherweise sei es nicht schwer gewesen, Ersatzteile zu bekommen. Durch Kontakte zu VW-Clubs, Flohmärkte, Zeitschriften oder Oldtimer-Ausstellungen würde man immer etwas finden. Alle anderen Blechteile habe er problemlos selbst anfertigen können, so Wölk. Der perlweiße Lack ist eine Original-Mischung aus den 60er-Jahren. Auch den hat Wölk selbst aufgespritzt. Kein einziges Mal hat er sein Auto in fremde Hände gegeben. Klaus Wölk hat streng nur Original-Teile verbaut. Nur beim Radio machte er eine Ausnahme: Weil das Original nur einen Sender empfängt, versteckte er ein modernes im Handschuhfach des Fahrzeugs.
Die erste größere Fahrt machten die Wölks auch im Jahr ´93 zu einem VW-Treffen nach Castrop-Rauxel nach Nordrhein-Westfalen. Hier bot ihnen ein Holländer 10 000 Mark für den Käfer. Die Familie verkaufte nicht, aber schloss ihren Käfer noch mehr ins Herz.
Klaus Wölk hat ein regelrechtes Restaurations-Tagebuch geführt. Täglich hat er notiert, was er am Auto gemacht hat, welche Teile er verbaut oder ersetzt hat oder wie viel Geld er ausgegeben hat. Deshalb kann er heute ziemlich präzise sagen, dass er damals 4633 Mark, zirka 2369 Euro, und rund 250 Arbeitsstunden investiert hat. Wölk: „Das Auto hat statt Materialwert einen sehr hohen Liebhaber-Wert.“ Mehr zum Thema lesen Sie im Internet in unserem Spezial unter www.hna.de.
Von Nora Saric
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