Die Lieder vom Unterwegssein

Wolfgang Niedecken im Interview über sein Programm im Kulturzelt und seine Pläne

Die Lieder vom Unterwegssein

104.05.1004.05.10|Wolfhagen|
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Wolfhagen. Zum dritten Mal ist Wolfgang Niedecken in diesem Jahr zu Gast im Kulturzelt auf den Teichwiesen. Wir fragten den BAP-Sänger nach seinen Plänen und warum er so gerne nach Wolfhagen kommt.

Hat immer eine Botschaft: Wolfgang Niedecken, hier bei einem seiner früheren Auftritte im Wolfhager Kulturzelt. Archivfoto: Norbert Müller

Hat immer eine Botschaft: Wolfgang Niedecken, hier bei einem seiner früheren Auftritte im Wolfhager Kulturzelt. Archivfoto: Norbert Müller

Herr Niedecken, am 19. Mai kommen Sie wieder nach Wolfhagen. Worauf können sich die Kulturzeltbesucher bei den „Songs aus Köln, Berlin, New York und Jottweißwo“ freuen?

Wolfgang Niedecken: Auf eine kleine Geheimtour innerhalb der BAP-Pause und auf Lieder, die vom Unterwegssein handeln. Die Kulturzeltbesucher können sich zudem auf ein Programm im Verbund mit den zwei herausragenden Musikern Anne de Wolff und Rhani Krija freuen.

Und worauf freut sich Wolfgang Niedecken persönlich?

Niedecken: Ich komme immer wieder gern nach Wolfhagen, da ich sowohl Festgelände als auch die Organisatoren kenne und ein wunderbarer Spirit rund ums Kulturzelt herrscht. Es ist eine ganz besondere Atmosphäre, die ich sehr schätze. Großartig finde ich auch die liebevolle Organisation der Veranstaltung. Ich hoffe allerdings auf schöneres Wetter als in den Vorjahren (lacht). Aber auch bei schlechtem Wetter werden wir sicher wieder viel Spaß in Wolfhagen haben.

Das neue Programm präsentieren Sie in Begleitung von Anne de Wolff und Rhani Krija. Wie kam es denn zu dieser Zusammenarbeit?

Niedecken: Das war eine ganz spontane Zusammenkunft, herrlich unkompliziert und einfach nur schön. Als Rhani Krija erfuhr, dass ich anlässlich des 30-jährigen Bestehens der „taz“ ein gemeinsames Programm mit Anne de Wolff plante, fragte er einfach, ob er da noch mitspielen dürfe. Das war schon grandios. Ich war sehr glücklich über die Anfrage. In dieser Zusammensetzung können wir auch dem Publikum mal wieder etwas ganz Neues und Ungewöhnliches bieten.

Das klingt, als seien Sie auch auf der Suche nach Veränderung?

Niedecken: Nein, ich bin nicht auf der Suche. Ich finde immer nur. Das Leben ist immer spannend und steckt voller Überraschungen. Es passiert so viel Interessantes. Man muss es allerdings auch wahrnehmen und mit offenen Augen und Ohren durchs Leben gehen.

Dieses Prinzip beherzigen Sie offensichtlich nicht nur als Musiker. Sie sind ja auch sozial sehr engagiert, nicht wahr?

Niedecken: Ja, neben guter Musik ist mir auch soziales Engagement sehr wichtig. Seit sechs Jahren kümmere ich mich als Botschafter für „Gemeinsam für Afrika“ und gemeinsamer Initiator mit World Vision und Jack Wolfskin im Rahmen des Projekts Rebound um die Reintegration ehemaliger Kindersoldaten in Nord-Uganda. Ich habe dort mit eigenen Augen gesehen, welch katastrophale Umstände vorherrschen. Die Bilder habe ich nicht mehr aus meinem Kopf bekommen und bin daher aktiv geworden. Mittlerweile ist das Projekt auf einem guten Weg und steht bereits kurz vor dem Abschluss.

Das klingt gut. Was steht als Nächstes an?

Niedecken: Musikalisch auf jeden Fall ein neues Album und die Extra-Tour, die in den nächsten Tagen startet und durch Österreich, Schweiz und Luxemburg führt. Der Wolfhager Auftritt liegt übrigens genau in einer Tour-Terminlücke, daher passt das alles ganz gut.

In diesem Fall erweisen sich die Wolfhager Fans sicher gern als „Lückenfüller“. Zum Abschluss verraten Sie uns bitte noch, welche Frage Sie am liebsten überhaupt nicht mehr beantworten möchten?

Niedecken: Ach, da gibt es mehrere, die ich schon tausendfach beantworten musste. Warum wir auf Kölsch singen, was unseren Erfolg ausmacht und so weiter. Am nervigsten finde ich allerdings die Frage, wie lange ich das alles noch machen will. Mal ehrlich. Das ist doch fast ein wenig unverschämt. Einen Maler oder Schriftsteller würde man das doch auch nie fragen. Ich bin knapp 60 Jahre, wo ist das Problem?

Von Martina Sommerlade

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