Bad Emstal. Sie will etwas verändern. Glaubwürdigkeit und Bürgernähe sind ihr besonders wichtig. „Nicht nur in der Sprechstunde im Rathaus. Ich möchte auch mit den Bürgern auf der Straße sprechen“, sagt Dr. Meike Werther. Sie möchte bei der Wahl am 25. März Bürgermeisterin der Gemeinde Bad Emstal werden.
Auf ihrer Wahlkampfveranstaltung im Dorfgemeinschaftshaus in Balhorn nennt sie Gründe dafür: „Ich habe eine Vision. Ich möchte Bad Emstal wieder in die schwarzen Zahlen bringen.“ Dr. Meike Werther ist derzeit Ortsvorsitzende der SPD im Kasseler Stadtteil Brasselsberg sowie Mitglied im Unterbezirksvorstand der Kasseler SPD. Mit ihrer Erfahrung als Unternehmerin und Projektmanagerin will sie gemeinsam mit den Bad Emstalern nach Lösungen suchen.
Eine Herausforderung in Bad Emstal sei der demografische Wandel. „Wir müssen zum einen gewährleisten, dass aufgrund des neuen Betreuungsgesetzes ab 2013 alle Kinder unter drei Jahren betreut werden können“, sagt Dr. Werther. Aber auch der Kontakt zu den Jugendlichen sei wichtig. „Man muss Jugendliche abholen und begeistern – für Sport, Musik, aber auch für die Feuerwehr.“ Auch für Senioren soll Bad Emstal weiterhin lebenswert bleiben. „Es gibt Rettungsdienste, Essen auf Rädern – die Grundversorgung hier ist super.“ Ein Neubau eines Seniorenheims kommt für die 40-Jährige nicht in Frage. Es gebe Lösungen, die nicht so viel kosten – etwa die Nachbarschaftshilfe. Die koste lediglich Zeit.
Damit Bad Emstal auch in Zukunft der Bäderstatus erhalten bleibt, müsse man unter anderem weiterhin die ärztliche Versorgung vor Ort gewährleisten und den Tourismus wieder ausbauen. Schließlich habe die Gemeinde einiges zu bieten: viele Wanderwege, ein Klostermuseum, Sehenswürdigkeiten, Kirchen und das Thermalbad. Bei diesem Thema ging ein leises Gemurmel durch die Zuhörerreihen.
Denn eine Frage beschäftigte die rund 60 Gäste der Veranstaltung hauptsächlich: „Wie soll es mit dem Bad weitergehen?“ Dr. Meike Werther weiß: „Die Kassen sind leer, die Gemeinde kann sich keine großen Baumaßnahmen leisten. Aber sie hat das große Glück, ein Heilwasser zu haben.“ Die Politikerin kann sich vorstellen, den Gesundheitssektor in Richtung orthopädische Rehabilitation auszubauen. Sie stellte klar: „Das Bad muss erhalten bleiben. Und es kann sich wieder zu einer großen Einnahmequelle entwickeln. Eine Schließung wäre zu teuer.“ Dass die finanzielle Lage schwierig ist, weiß auch Lothar Maurer aus Balhorn: „Da gibt es auf die Schnelle kein komplettes Konzept.“ „Aber es ist der richtige Weg“, sagt Balhorns Ortsvorsteher Karl-Heinz Dorer.
Von Nina Skrzyszowski



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