Wettesingen. Das Schmallenberg-Virus, das im vergangenen Sommer in Deutschland erstmals bei Rindern aufgetaucht ist, hat das Wolfhager Land erreicht: Ein neugeborenes Lamm eines Wettesinger Nebenerwerbslandwirtes ist bereits an den Folgen der Infektion gestorben, es bestehen weitere Verdachtsfälle.
„Es besteht keine Gefahr für den Menschen, da es sich um ein rein zoorobes Virus handelt, also ein Virus, das nur Tiere befällt“, erklärt Landkreis-Pressesprecher Harald Kühlborn. Selbst wer Fleisch oder Milch von infizierten Tieren zu sich nehme, habe nichts zu befürchten.
Harald KühlbornDas Virus werde im Sommer durch Stechmücken übertragen, so Kühlborn. „Bisher gibt es noch keinen Impfstoff. Vorbeugend kann man den Landwirten nur raten, verstärkt Mittel gegen Mücken anzuwenden.“ Schafe, die durch einen Mückenstich mit dem Virus infiziert werden, bringen tote oder missgebildete Lämmer zur Welt. Kühlborn: „Das ist aber nicht zwangsläufig bei jedem infizierten Schaf der Fall. Die Tiere bilden Antikörper. Ob sie später immun werden, ist aber noch nicht erwiesen.. Bisher gebe es 94 Fälle in Hessen. 300 000 Proben würden noch untersucht.
„Leider gibt es noch keine rechtliche Grundlage, um den Landwirten zu helfen. Das Virus ist neu, daher muss das Bundeslandwirtschaftsministerium erst eine Verordnung erlassen, in der dann auch die Meldepflicht für Schmallenberg-Fälle geregelt wird“, teilt der Kreissprecher mit.
Informationen unter www.fli.bund.de/no_cache/de/startseite/aktuelles/tierseuchengeschehen/schmallenberg-virus.html



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