104.02.10|Wolfhagen|1 KommentarFacebook
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Naumburg/Oberelsungen. Amsel, Drossel, Fink und Star und die ganze Vogelschar – Worte, zu denen jeder eine Melodie im Ohr hat. „Alle Vögel sind schon da“ heißt eines der bekanntesten deutschen Frühlingslieder, dessen Text einst Hoffmann von Fallersleben im Jahre 1835 verfasst hat.

Lassen es sich schmecken: Die Schwanzmeisen auf dem Foto unseres Lesers Helmuth Häuser aus Ehlen machen sich über die Meisenknödel, die am Vogelhäuschen befestigt wurden, her. Foto: nh
Zwar nicht die ganze Vogelschar, doch Amsel, Drossel, Fink und Star sind nicht nur im Frühling und Sommer, sondern auch im Herbst und Winter in Deutschland anzutreffen. Sie gehören zu den so genannten Standvögeln – das sind Vögel, die anders als Zugvögel ganzjährig in ihrem heimischen Gebiet bleiben.
Von diesen Vogelarten finden nicht alle das ganze Jahr über ihre übliche Nahrung, der Zaunkönig als Insektenfresser muss sein Nahrungsspektrum beispielsweise einschränken und zum Teil umstellen. Deshalb platzieren viele Vogelfreunde zusätzliche Futterstellen in ihren Gärten.
Doch greift man durch das Füttern der Vögel nicht in die natürliche Lebensweise der niedlichen, kleinen Flattermänner ein?
Burkhard Dux, ein Vogelfreund aus Naumburg, sieht das Füttern der Vögel im Winter nicht als unangemessenen Eingriff in die Natur an, doch man sollte die ganze Sache „mit Fingerspitzengefühl“ betrachten.
Vom Grundsatz her erfordere ein extremer Winter zusätzliche Futterstellen in heimischen Gärten, aber man solle es nicht übertreiben. Auch bei derzeitigem Tauwetter soll laut Dux weiterhin gefüttert werden, solange bis der Schnee ganz abgetaut ist und die ersten Knospen sprießen.
Auch Prof. Dr. Peter Berthold, ein Vogelexperte vom Bodensee, plädiert laut Dux für einen langen Fütterungszeitraum der Standvögel.
Die Futterstellen sollten Vogelfreunde dort platzieren, wo den ganzen Tag über etwas Sonne hinkommt, so Dux – ideal sei die Süd-
Wichtig sei weiterhin, dass die Futterstelle sauber ist: „Wird die Hygiene nicht beachtet, können Keime und Krankheitserreger durch das Futter übertragen werden“, erklärt Dux die Gefahren, die bei Unwissenden lauern.
Hygiene – das ist auch ein Anliegen, was dem Oberelsungener Vogelfreund Otto Reinhard am Herzen liegt: „Ich empfehle Futterautomaten, die verringern die Infektionsgefahr bezüglich Salmonellen, woran viele Vögel sterben können.“
Anders als Berthold und Dux ist für Reinhard das Füttern nur „in äußersten Notzeiten“ notwendig. Für ihn erfülle es viel mehr den Zweck, die Vögel anzulocken, um sie zu beobachten.
Reinhard lockt auch außergewöhnliche Vogelarten wie die Heckenbraunelle in seinen Garten. Er legt aber nur so viel Futter aus, wie auch gefressen wird. Die schlimmste Zeit sei nun sowieso vorbei, man könne bereits den Balzgesängen einiger Vögel lauschen.
Von Lisa Maria Neumeyer