Frankenberg. Schüler stehen vor einer richtungsweisenden Entscheidung, wenn sie ihren Haupt- oder Realschulabschluss in der Tasche haben. Entweder weiter die Schulbank drücken, um einen höheren Bildungsabschluss zu erwerben, oder sich einen Ausbildungsplatz suchen.

Jahresgespräch: (von links) Gerhard Brühl (Kreishandwerkerschaft), Birgit Huft (Burgwaldschule), Wolfgang Kollecker (Referent), Willi Naumann (Erster Stadtrat), Hartmut Nürnberg (Referent), Dr. Peter Sacher (IHK), Frank Umberg (Referent), Cornelia Schönbodt (Sprecherin Schule Wirtschaft Frankenberg), Helmut Klein (Schulleiter Burgwaldschule), Peter Mattern (Referent), Wolfgang Werth (Arbeitskreis Schule-Wirtschaft) und Frauke Syring (Geschäftsführerin Schule Wirtschaft). Foto: Quanz
Im Landkreis Waldeck-Frankenberg sollen Schüler nun an ihren Schulen Anlaufstellen finden, um sich beraten lassen zu können. „Zwei Berufswahlbüros in Schulen helfen Schülern bereits, den für sie richtigen Weg einzuschlagen“, erklärte Dr. Peter Sacher vom IHK-Servicezentrum Waldeck-Frankenberg. Pilotschulen bei dem Projekt sind die Burgwaldschule in Frankenberg und die Louis-Peter-Schule in Korbach.
Der Arbeitskreis Schule-Wirtschaft stellte nun im Jahresgespräch das Projekt mit Referenten vor, welches in ähnlicher Form in Nordrhein-Westfalen (NRW) bereits seit längerem läuft. Industrie- und Handelskammer, Kreishandwerkerschaft, die Agentur für Arbeit, Schulen und Unternehmen sind am Projekt beteiligt. Rund 40 Unternehmer, Schulleiter und Lehrer hatten sich zu dieser Veranstaltung im Jugendhaus in Frankenberg eingefunden.
„15 000 Euro stehen im ersten Jahr pro Berufswahlbüro zur Verfügung, um Personalkosten zu decken und notwendige Anschaffungen zu finanzieren“, berichtete Dr. Peter Sacher. Ziel sei es, dass Schulen nach einem Jahr das Büro selbstständig fortführen können. Das Projekt wandere von Schule zu Schule, so dass bald jeder Schüler im Landkreis sich in einem solchen Büro beraten lassen kann.
„Wir vermitteln Praktikumsplätze und Betriebsbesichtigungen“, erklärte Birgit Huft ihre Arbeit als Koordinatorin im Berufswahlbüro an der Burgwaldschule. Ihr Büro ist donnerstags von der ersten bis zur fünften Stunde geöffnet. Schulleiter Helmut Klein ergänzte, dass man auf der Facebook-Seite der Schule sogar ein Ausbildungsplatzangebot einer Firma gepostet hätte.
Die Referenten Frank Umberg, Regionaldirektion der Agentur für Arbeit in Nordrhein-Westfalen, und Peter Mattern, Stiftung Partner für Schule, berichteten von ihren Erfahrungen. In NRW trägt die Stiftung gemeinsam mit Unternehmen und der Arbeitsagentur das Projekt. „Wir wollen die Zusammenarbeit zwischen Schulen und Unternehmen stärken. Dazu bauen wir rund um ein Büro ein regionales Netzwerk aus Unternehmen, Kommunen, Institutionen und Verbänden auf“, sagte Mattern. Dazu gebe es Workshops für Schüler an teilnehmenden Schulen.
„Wir können hier von den Erfahrungen aus NRW lernen“, erklärte Frauke Syring vom Arbeitskreis.
Von Florian Quanz



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