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Bürgermeisterwahl in Frankenberg: 700 Besucher bei Wahlforum der HNA

Bürgermeisterwahl in Frankenberg: 700 Besucher bei HNA-Wahlforum

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Frankenberg. Mit 700 Besuchern voll besetzt war die Ederberglandhalle am Dienstagabend beim Wahlforum der HNA zur Bürgermeisterwahl in Frankenberg.

Die fünf Kandidaten Bernd Bluttner (CDU), Daniela Neuschäfer (SPD), Rüdiger Heß, Rupert Jaeschke und Nicolas Hansen (alle unabhängig) stellten sich den Fragen der HNA-Redakteure Martina Biedenbach und Matthias Müller.

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Was ist Ihre Motivation, Bürgermeister zu werden? Lohnt sich die Einkaufsgalerie „Frankenberger Tor“? Wie wollen Sie die Wirtschaft stärken? Wie stehen Sie zur Biogasanlage und zum Schweinemastbetrieb? Wo kann die Stadt sparen? Und wie kann man Menschen in Frankenberg halten und Neubürger gewinnen? Für die Antworten auf diese und andere Fragen hatte jeder Kandidat etwa eine Minute Zeit – die Aussagen sollten deshalb möglichst konkret sein.

Hier eine Auswahl der Antworten: „Frankenberg braucht jemanden, der Meinungen bündelt und zu vernünftigen Entscheidungen führt. Das kann ein unabhängiger und unvorbelasteter Kandidat am besten. Ob ich das bin, müssen Sie entscheiden“, sagte etwa Nicolas Hansen über seine Motivation, sich zu bewerben.

„Ich sehe das Frankenberger Tor nicht als Risiko, sondern als Chance, Kaufkraft aus einem größeren Umkreis zu binden“, sagte Rupert Jaeschke zur Diskussion um das in der Röddenauer Straße geplante Einkaufszentrum. „So eine Galerie kann das Produkt- und Serviceangebot erhöhen – nicht als Konkurrenz zur Fußgängerzone, sondern im Dialog. Dazu brauchen wir ein Gastronomie- und Entertainmentkonzept.“

Bernd Bluttner sprach sich für eine Öffnung der Uferstraße zur Eder aus: „Diesen Bereich müssen wir komplett umgestalten: Leitplanke und Büsche müssen weg, der Parkstreifen sollte links und rechts der Fahrbahn liegen. Wir brauchen einen breiten Durchgang zur Eder mit Terrassen und Bootsverleih“, schlug der CDU-Kandidat vor.

Rüdiger Heß ist dafür, die Biogasanlage nicht so nah an Wohnhäusern zu bauen. Man könne sie auch auf frei werdendem Gelände in der Burgwaldkaserne errichten und dort die Energie nutzen. „Ein Investor kann nicht sagen: Das ist ein alternativloser Standort. So etwas gibt es in einer Demokratie nicht“, sagte der frühere Bürgermeister.

Auf eine Zuschauerfrage nach einem Bürgerhaushalt, also einen städtischen Haushalt, in den die Vorschläge von Einwohnern eingebunden werden, antwortete Daniela Neuschäfer: „Die Bürger sparen auch zuhause, jeder ist für sich ein Experte, warum sollte man diese Ideen also nicht sammeln. Allerdings darf das Parlament nicht ausgehebelt werden.“

Weitere Fragerunden drehten sich etwa um Schuldenabbau, Stadtmarketing, Demografischen Wandel und Verkehrskonzepte.

Zu Beginn des zweiten Teils in dem zweieinhalb-stündigen Programm konnten die Kandidaten beweisen, wie spontan und kreativ sie sind: Aus Karnevalskostümen musste jeder eines wählen: Nicolas Hansen sang als Biene Maja „In einem unbekannten Land“; Bernd Bluttner zog einen beigen Mantel an, war sich aber nicht sicher, „ob ich so nach Hause kommen darf“;

Daniela Neuschäfer trat als Cowboy auf, weil sie im chinesischen Horoskop ein Pferd sei – mit Stärke und Willenskraft; Rupert Jaeschke wählte ein Mephisto-Kostüm, das ihn zum „Ritter der Stadt“ mache; und Rüdiger Heß wählte ein Kostüm, das zwischen Gardeoffizier und Zirkusdirektor lag und „mich ungemein kleidet“.

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