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Suche nach den Resten der Synagoge

Vorarbeiten zur Errichtung einer Gedenkstätte

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Marburg. Auf dem Gelände der ehemaligen Synagoge in der Universitätsstadt Marburg wird jetzt gegraben. In Vorbereitung auf die im kommenden Jahr geplante Errichtung einer Gedenkstätte lässt die Stadt mit einem sogenannten Probeschürfen feststellen, in welcher Tiefe sich im westlichen Teil noch Mauerreste befinden.

Spurensuche: Rainer Nickel legt per Hand Mauerreste frei. Foto: kse

Spurensuche: Rainer Nickel legt per Hand Mauerreste frei. Foto: kse

Vor zwei Jahren sind auf dem Gelände bereits Grabungen unternommen worden, bei denen der jetzt untersuchte Teil jedoch nicht mit einbezogen war. Neben dem Landesamt für Denkmalpflege sei seinerzeit auch das Institut für Bauforschung und Dokumentation beteiligt (IBD) gewesen, das jetzt die Grabung leite, erläuterte Bürgermeister Franz Kahle (Grüne).

Die Marburger Stadtverordnetenversammlung hatte beschlossen, 500 000 Euro für den Bau eines „Gartens des Gedenkens“ bereitzustellen. Auf dem Grundstück soll eine Rasenfläche entstehen, die von einer öffentlichen Terrasse umgeben ist. Diese Terrasse soll den Umriss des Versammlungsraums der in der Reichspogromnacht am 9. November 1938 zerstörten Synagoge nachzeichnen. Das bei den archäologischen Ausgrabungen wiederentdeckte Frauenbad soll durch ein Fenster sichtbar bleiben. Außerdem ist ein Modell des 1896/97 errichteten Bauwerks geplant.

Als Fundament nutzen

„Wir wissen nicht, wie hoch die Mauern stehen und ob sie tragfähig genug sind“, sagte Bernd Nützel vom Fachdienst Stadtplanung vor Ort. Geplant sei, sie als Fundament zu nutzen. Inwieweit dies möglich ist, müsse im Vorfeld ermittelt werden, um die Kosten für das Projekt ermitteln zu können und die Arbeiten konkret ausschreiben zu können.

Nützel erläuterte, dass die Grabungen zunächst mit dem Kleinbagger und später mit der Hand ausgeführt werden.

Anschließend würden die Mauerreste vermessen und auf ihre Statik hin geprüft. Dann werde die Erde über einer Folie wieder eingefüllt.

Wenn alles glatt gehe, seien die Arbeiten bis zum Wochenende abgeschlossen. (kse)

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